Archiv: September 2005

Mehr Repression in der Gießener Innenstadt?

20. September 2005 - 12:27 Uhr - Moe
Wie man im Gießener Anzeiger und im Presseportal nachlesen kann, ist Gießens Shopping-Innenstadt angeblich nicht sicher genug. Eine Gefahr gehe aus von Vandalismus, Graffitis und DrogenkonsumentInnen, so die Polizei und der Bürgermeister. Man sei ja "tolerant", aber
Dennoch müsse die subjektive wie auch tatsächliche Sicherheit der Bürger gewährleistet werden. Diese liegt aber angesichts steigender Zahlen von Vandalismus, Schmierereien und Belästigungen durch Trinkgelage und Drogenkonsum offensichtlich im Argen. Gemeinsam haben Polizei und Stadt ein Konzept erarbeitet, das auf den drei Säulen Präsenz, Repression und soziale Hilfe aufgebaut ist und das nun vorgestellt wurde.
(Gießener Anzeiger)

Also möchte man diese Gelegenheit beim Schopfe greifen, und "die Präsenz von Sicherheitskräften erhöhen, Kontrollen durchführen, öffentliche Wege und Plätze überwachen und Straftaten und Straftäter konsequent verfolgen". Bislang haben wir im Seltersweg in Gießen lediglich Polizei, Zivilpolizei, Wachpolizei, freiwillige Polizei, Stadthelfer und einen privaten Wachdienst. Aber da geht sicher noch was, jetzt wo am Oswaldsgarten gerade noch ein Shopping-Bunker eröffnet wird. Also sollte man doch bitte mit Gewalt dafür sorgen, dass niemand dort auf die Idee kommt etwas anderes im öffentlichen Raum zu tun, als zu shoppen. Und bevor am End' noch jemand die Wand eines Geschäfts besprüht oder sowas, redet man eben schnell von irgendwelchen Gefahren und Sicherheit, dabei gehts hier überhaupt nicht mehr um Menschen. Eher um Geschäfte. Mehr Beobachtung, mehr Verhaltenskontrolle, mehr Repression?

Eine Frage an die GießenerInnen

13. September 2005 - 16:37 Uhr - Moe

Was ist das? Sachdienliche Hinweise erwünscht!
Originally uploaded by -Lia-.

Nur mal so aus reiner Neugier: Weiss jemand, was es mit diesen ziemlich oft in Gießen zu sehenden Aufklebern auf sich hat?


Gießen: Umwidmung des Greif-Denkmals am 11.9.

03. September 2005 - 14:25 Uhr - Moe
Am 11.09.2005 plant die Regierungskoalition der Stadt Giessen die Umwidmung des so genannten "Greif-Denkmals“ an der 'Lichergabel’ (Kreuzung Grünberger- und Licherstraße). Das Denkmal, welches seit 1994 ohne die umstrittene Greif-Skulptur auskommen muss, ehrt seit 1957 das ehemalige NS-Kampf-Geschwader 55 "Greif“, welches seinen Sitz in Giessen hatte. Die nun geplante Umwidmung, in ein "Denkmal gegen Krieg, Gewaltherrschaft und Vertreibung“ stellt nur scheinbar eine fortschrittliche Sinngebung dar. Sogar der umstrittene "Greif“, Symbol der Ehrung des Geschwaders, soll das Denkmal wieder schmücken’. [...]
Unter dem Motto: "Protest zeigen gegen diese Umwidmung des Denkmals“ rufen zudem verschiedene Gruppen zu Gegenaktivitäten am 11.09.05 um 11 Uhr (Ecke Licherstr./Grünbergerstr.) auf.
Ausserdem gibts einen Vortrag 'Die Zukunft der Vergangenheit zwischen Opferdiskursen und neuem deutschen Selbstbewusstsein', am 06. September um 20 Uhr im Margarete-Bieber-Saal, Ludwigstr. 34, Giessen (VeranstalterInnen: Demokratische Linke und AntiFa R4) [via Demokratische Linke an der JLU Gießen]

Fliegerdenkmal, Gießen

Siehe auch den Gießener Anzeiger:
Prof. Horst-Eberhard Richter, der als Redner der Gegenveranstaltung eingeplant ist, wehrt sich gegen die Wiederaufstellung, "weil ich es ein halbes Jahrhundert nach Kriegsende für unannehmbar halte, dass ein Geschwader geehrt wird, das mitverantwortlich ist für die Bombardierung der Zivilbevölkerung von Coventry".
Unglaublich hingegen ist die Ignoranz von Hilmar Jordan, Vorsitzendem des "Ehemaligen Kampfgeschwaders KG-55 Greif":
"Die Leute, die den Greif zerstört haben, wollten nicht sehen, dass es ohnehin ein Mahnmal ist, die dachten, es ist Kriegsverherrlichung."
Ja, es ist ein Mahnmahl. Aber es ehrte deutsche, mordende Soldaten und stellte sie zudem noch als Opfer dar. Zumindest in meiner Wahrnehmung, und in der vieler anderer Menschen auch.