Archiv: August 2005

Erklärung: "Das Bildungswesen ist kein Wirtschaftsbetrieb"

16. August 2005 - 16:45 Uhr - Moe
Auf der Website der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main findet sich eine Stellungnahme gegen die fortschreitende Ökonomisierung des Bildungssystems, welche von den Erziehungswissenschaftlern Andreas Gruschka, Ulrich Herrmann, Frank-Olaf Radtke, Udo Rauin, Jörg Ruhloff, Horst Rumpf und Michael Winkler unterzeichnet wurde:
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Wahlkampf: Bildungspolitik im Vergleich

16. August 2005 - 16:42 Uhr - Moe
Bei N24.de gibt es eine kurze Übersicht, welche die Bildungspolitik der Wahlprogramme von CDU/CSU, SPD, Grünen, FPD und der Linkspartei vergleicht.

Lia auf Jobsuche

09. August 2005 - 12:57 Uhr - Moe
Julia Franz, Diplom-Pädagogin aus Gießen (örtlich unabhängig), sucht eine Arbeitsstelle/Stipendium im wissenschaftlichen Bereich, evtl. mit der Möglichkeit zur Promotion:
Meine theoretisches Interesse gilt nicht nur Foucault, Macht und den Governmentality Studies (worüber ich meine Diplomarbeit "Die Regierung der Qualität" verfasst habe), sondern auch Bourdieu, der Ungleichheitsforschung, Gegenwartsdiagnosen wie "Postmoderne" und historischen Betrachtungsweisen von Wahrheiten.
Aus der Perspektive der Erwachsenenbildung habe ich mich mit Selbstgesteuertem Lernen, Qualitätsmanagement, Situationsdidaktik, Bildung im Neoliberalismus und der Ökonomisierung im Allgemeinen auseinandergesetzt.
Weiterlesen. Ja, das hier ist so eine Art Empfehlung, da ich weiss, dass Julia in ihrer Sache sehr gut ist (Abschluss mit Auszeichnung). Sachdienliche Hinweise sind daher ausdrücklich erbeten :)

Von Studiengebühren, falschen Versprechen und Populismus

08. August 2005 - 14:15 Uhr - Moe
Hamburg machts vor: Jetzt wo Studiengebühren da sind, sollen als nächstes wieder die Hochschulen gekürzt werden. Denn als StudentIn könne man ja schliesslich auf für den Kindergarten Gebühren abdrücken. Durch Studiengebühren werden also nicht nur die StudentInnen (sofern sie es sich überhaupt noch leisten können), sondern auch die Unis noch ärmer. Dabei leben die allermeisten Studierenden natürlich schon jetzt deutlich unter der (relativen) Armutsgrenze in Deutschland, so wie ich auch seit etlichen Jahren. Was jetzt keinerlei Forderung darstellen soll, denn damit lässt es sich gut leben, wenn man nicht gerade 1000€ Studiengebühren zahlen soll. Es zeigt aber, wie dekadent dieses Land eigentlich ist, bzw diejenigen die mehr als genug haben. Während die Kinderarmut immer weiter steigt, sinkt die Altersarmut.
Dass man die Gebühren nach seinem Studium alle wieder reinholen würde ist einfach unwahr. Bislang kenne ich nur Pädagogen die mit mir studiert haben, mit Bestnoten fertig geworden sind, und dann arbeitslos wurden oder sich mit Gelegenheitsjobs durchschlagen. Nur ist es ja nicht so, dass die finanzielle Situation an den Hochschulen nicht bereits seit Jahren ziemlich desolat wäre und man aus überfüllten Seminaren rausfliegt, oder aber sich mit 100 Leuten in den Seminarraum quetscht.
Ich hoffe mal, jetzt ist der Gipfel des konservativen Populismus erreicht. Oder sollte man nicht vielleicht Studiengebühren erhöhen und Universitäten kürzen, um damit auch Renten zu zahlen, oder vielleicht den Waffenhandel der Bundesrepublik zu subventionieren?
Der schulpolitische Sprecher Robert Heinemann schockierte Studenten jetzt mit einem beherzten Vorstoß: "Langfristig muss ein Teil der Gelder vom Universitäts- in den vorschulischen Bereich umgesteuert werden", sagte der 31-Jährige in der "Hamburger Morgenpost", "es kann nicht richtig sein, dass der Kindergarten mehr kostet als der Besuch einer Universität."

Also klappert Heinemann vernehmlich mit der Heckenschere und fordert, die städtischen Ausgaben für Hochschulen einzufrieren, damit das Geld an Kindergärten und Vorschulen gehen kann. Für die Unis kein Problem, findet Heinemann - sie könnten ja einfach die Studiengebühren erhöhen und sich also das Geld von den Studenten holen.
Weiterlesen bei Spiegel Online: Studenten sollen für Kindergärten blechen