Es kommt Bewegung in die Protest-Blogs! So gibt es nun ein Weblog der Gruppierung 'Marburg breakout': Wir sind ein offenener Aktionskreis, bestehend aus Studierenden verschiedenster Fachbereiche der Philipps-Universität Marburg, die etwas aktiv gegen die Einführung von Studiengebühren sowie die radikale Entdemokratisierung in Hochschule und Gesellschaft tun wollen. Gegründet wurde diese Gruppe kurz vor dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum Hochschulrahmengesetz am 26.01.05, ein Datum, welches die Hochschulpolitik und damit rückwirkend auch die gesamte Gesellschaft um 35 Jahre zurückgeworfen hat.
Wenn Du mal vorbeischauen möchtest - das nächste Treffen findet am Montag, dem 31.01.05, um 18 Uhr im AStA statt.
Solidarische Grüße aus Gießen!
Ach ja, und das Weblog gegen Studiengebühren in Hessen sucht auch noch immer händeringend MitbloggerInnen! Falls da jemand Lust hat ist er/sie herzlicht eingeladen draufloszubloggen und/oder mit mir Kontakt aufzunehmen. In das Blog können auch gerne Teaser zu Postings zum Thema im eigenen Blog rein, falls man schon was dazu geschrieben hat.
Archiv: Januar 2005
Marburg gegen Studiengebühren: Marburg breakout!
29. Januar 2005 - 16:43 Uhr - MoeGebührenfreies Studium in SPD-Ländern nur für 'Landeskinder'?
27. Januar 2005 - 17:55 Uhr - Moe
Die Überlegungen werden immer grotesker [1, 2, 3, 4]: Nach dem Karlsruher Urteil planen Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Bremen, Studenten aus anderen Bundesländern zur Kasse zu bitten. Nur für Landeskinder soll das Studium kostenlos bleiben. So will man einen Ansturm auf gebührenfreie Hochschulen verhindern. [...]
Der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Jürgen Zöllner kündigte an, Rheinland-Pfalz werde das gebührenfreie Erststudium nur Landeskindern ermöglichen können, wenn andere Länder Gebühren einführten.
Die schleswig-holsteinische Wissenschaftsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) kündigte im NDR Gespräche mit allen Bundesländern an, die ebenfalls keine Studiengebühren einführen wollen, um einen massenhaften Wechsel von Studenten an gebührenfreie Universitäten zu verhindern. [via Spiegel Online: SPD-Länder: Nur Landeskinder sollen gebührenfrei studieren]
Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen. Warum auch, wenn man einen Zöllner hat.
Der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Jürgen Zöllner kündigte an, Rheinland-Pfalz werde das gebührenfreie Erststudium nur Landeskindern ermöglichen können, wenn andere Länder Gebühren einführten.
Die schleswig-holsteinische Wissenschaftsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) kündigte im NDR Gespräche mit allen Bundesländern an, die ebenfalls keine Studiengebühren einführen wollen, um einen massenhaften Wechsel von Studenten an gebührenfreie Universitäten zu verhindern. [via Spiegel Online: SPD-Länder: Nur Landeskinder sollen gebührenfrei studieren]
Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen. Warum auch, wenn man einen Zöllner hat.
Demos gegen Studiengebühren
27. Januar 2005 - 14:11 Uhr - Moe
Am 03. Februar 2005 in Essen (11:00 Uhr KKC), Hamburg (14:00 Campus, 14:30 Dammtorbahnhof, 15:00 Hauptbahnhof), Mannheim (14 Uhr Hauptbahnhof) und Leipzig (13:00 Uhr Augustusplatz).
Der ASTA Gießen ruft dazu auf, sich an der Demo in Mannheim zu beteiligen: Die Studierendenvertretungen von West- und Süddeutschland organisiseren eine Demonstration am Donnerstag, den 03. Februar 2005 in Mannheim. Wir unterstützen diese Demonstration und rufen euch auf gegen Studiengebühren und für Verfasste Studierendenschaften auf die Straße zu gehen.
Abfahrt Gießen 11:15, Gleis 3
Ankunft Frankfurt 12:05, Gleis 15
Abfahrt Frankfurt 12:13, Gleis 20
Ankunft Mannheim 13:20, Gleis 7aTags: Studiengebuehren, Demo
Der ASTA Gießen ruft dazu auf, sich an der Demo in Mannheim zu beteiligen: Die Studierendenvertretungen von West- und Süddeutschland organisiseren eine Demonstration am Donnerstag, den 03. Februar 2005 in Mannheim. Wir unterstützen diese Demonstration und rufen euch auf gegen Studiengebühren und für Verfasste Studierendenschaften auf die Straße zu gehen.
Abfahrt Gießen 11:15, Gleis 3
Ankunft Frankfurt 12:05, Gleis 15
Abfahrt Frankfurt 12:13, Gleis 20
Ankunft Mannheim 13:20, Gleis 7aTags: Studiengebuehren, Demo
Allgemeine Studiengebühren in Hessen auf dem Vormarsch
27. Januar 2005 - 13:01 Uhr - Moe
Studiengebühren in Hessen sind zwar verboten, und zur Einführung der Studiengebühren für LangzeitstudentInnen log uns der Wissenschaftsminister Udo Corts vor, er habe nicht vor allgemeine Studiengebühren einzuführen. Was bislang auch an der hessischen Verfassung scheitern würde. Nun sieht die Sache schon wieder ein bißchen anders aus: Hessens Wissenschaftsminister hat das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Hochschulrahmengesetz der Bundesregierung begrüßt. Dadurch werde die Kompetenz der Länder in der Bildungspolitik gestärkt, der Bund sei von Karlsruhe erneut in die Schranken gewiesen worden. Die hessische Landesregierung werde in einem Gutachten prüfen lassen, ob die Einführung von Studiengebühren in Hessen verfassungsrechtlich erlaubt ist, sagte Corts der FR. Ein paar Anhänger hat er mit dieser Idee auch schon gefunden: Die Universitäts-Präsidenten nahmen das Urteil unterschiedlich auf. Der Frankfurter Präsident Rudolf Steinberg, lobte die Bedingungen, an die die Entscheidung geknüpft sei. Der Gießener Uni-Präsident, Stefan Hormuth, sagte: "Die Hochschulen können das auch zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit und ihres Profils nutzen. Er warnte jedoch davor, Studiengebühren überhastet einzuführen." Weiterlesen bei der Frankfurter Rundschau.
Weiterhin ist Herr Corts der Ansicht, es ginge den hessischen Hochschulen gut: Hessens Wissenschaftsminister Udo Corts (CDU), der das Urteil des Bundesverfassungsgerichts begrüßte, will trotz des Artikels 59 die Einführung von Studiengebühren in Hessen nur für dieses Jahr ausschließen. Er kündigte ein Gutachten zu der Frage an, ob der entsprechende Artikel die Einführung von Gebühren tatsächlich ausschließt. Experten sind sich in dieser Frage uneinig. Corts: "Es besteht kein Grund zur Eile, die hessischen Hochschulen sind solide finanziert." Der Minister will nun die Entwicklung in den anderen Bundesländern verfolgen und mit diesen nach einem gemeinsamen Weg suchen. (Hervorhebung von mir) [via Wiesbadener Kurier]
(Diesen Beitrag gibt es auch im Weblog Gegen Studiengebühren in Hessen)
Tags: Studiengebuehren
Weiterhin ist Herr Corts der Ansicht, es ginge den hessischen Hochschulen gut: Hessens Wissenschaftsminister Udo Corts (CDU), der das Urteil des Bundesverfassungsgerichts begrüßte, will trotz des Artikels 59 die Einführung von Studiengebühren in Hessen nur für dieses Jahr ausschließen. Er kündigte ein Gutachten zu der Frage an, ob der entsprechende Artikel die Einführung von Gebühren tatsächlich ausschließt. Experten sind sich in dieser Frage uneinig. Corts: "Es besteht kein Grund zur Eile, die hessischen Hochschulen sind solide finanziert." Der Minister will nun die Entwicklung in den anderen Bundesländern verfolgen und mit diesen nach einem gemeinsamen Weg suchen. (Hervorhebung von mir) [via Wiesbadener Kurier]
(Diesen Beitrag gibt es auch im Weblog Gegen Studiengebühren in Hessen)
Tags: Studiengebuehren
500 Euro pro Semester in Bayern?
27. Januar 2005 - 12:49 Uhr - Moe
Auch ärmeren Studenten ist es laut Bayerns Wissenschaftsminister Goppel zuzumuten, 500 Euro pro Semester zu berappen. Sein Tipp: sparen und Nachhilfestunden.
Die Chancengleichheit der Kommilitonen werde durch die Einführung von Studiengebühren nicht gefährdet, sagte Thomas Goppel (CSU) der Münchner "Abendzeitung“ vom Donnerstag. Die Betroffenen müssten lediglich "jeden Monat für 100 Euro auf etwas verzichten oder zwei Nachhilfestunden geben“. [via Focus.de: Spar-Tipps vom Minister]
Das ist in seiner Arroganz den Vorstellungen [1, 2, 3] unseres hessischen Wissenschaftsministers Udo Corts natürlich ebenbürtig. Ich frage mich, ob das Amt das wohl so mit sich bringt, oder ob es doch an der politischen Ausrichtung liegt.
Und wem geb ich nun Nachhilfe (?!) für 50€ die Stunde?
Tags: Studiengebuehren
Die Chancengleichheit der Kommilitonen werde durch die Einführung von Studiengebühren nicht gefährdet, sagte Thomas Goppel (CSU) der Münchner "Abendzeitung“ vom Donnerstag. Die Betroffenen müssten lediglich "jeden Monat für 100 Euro auf etwas verzichten oder zwei Nachhilfestunden geben“. [via Focus.de: Spar-Tipps vom Minister]
Das ist in seiner Arroganz den Vorstellungen [1, 2, 3] unseres hessischen Wissenschaftsministers Udo Corts natürlich ebenbürtig. Ich frage mich, ob das Amt das wohl so mit sich bringt, oder ob es doch an der politischen Ausrichtung liegt.
Und wem geb ich nun Nachhilfe (?!) für 50€ die Stunde?
Tags: Studiengebuehren
Studiengebühren: Dümmer gehts nimmer
27. Januar 2005 - 12:02 Uhr - Moe
Die Dümmlichkeit der Äusserungen im Bezug auf Studiengebühren ist unermesslich. So schreibt die Zeit: [...] auch wenn die jetzt diskutierte Summe von 1000 Euro pro Jahr nicht viel höher ist als eine studentische Handyrechnung in der gleichen Zeit. Ob es wohl auch Befürworter gibt, die nicht entweder noch nie eine Uni von innen gesehen oder aber einfach zuviel Geld haben?
Der Ansicht zu sein, man könne ca. 13% seiner Gesamtlebenskosten in das eigene Handy investieren spottet jedenfalls jeglichem Realitätsbezug.
Das toppt all diese hohlen Aussagen, welche uns Glauben machen wollen daß der Wissenschaftsbetrieb Uni irgendetwas mit "Kunden" und "Geschäften" zu tun habe, und daß Gebühren eine "wertbewusste Inanspruchnahme" (LOL) seien bei weitem. Welche hohle Absurditäten man da so als langzeitgebührenzahlender Kunde wertbewusst in Anspruch nimmt, habe ich hier ja bereits mehr als einmal geschrieben.
Und was Gebühren mit besserer Qualität zu tun haben, also das muss man anscheinend nicht mal mehr ausführen, da es der Pöbel allem Anschein nach auch schon in Form dieser leeren Phrase für etwas gutes erachtet. Was mehr kostet war ja schliesslich schon immer besserer Qualität - ja nee iss klar, Freunde.
Die angebliche "Sozialverträglichkeit" welche immer wieder herbeigelallt wird, ist eine reine Farce: So waren bereits im Jahre 2003 wo es noch nichtmal Gebühren für LangzeitstudentInnen gab diejenigen aus niedrigen sozialen Schichten krass benachteiligt: Von 100 Kindern, deren Väter der Herkunftsgruppe "niedrig" zugeordnet wurden, nahm im Jahr 2000 etwa jedes zehnte ein Hochschulstudium auf. Nahezu drei mal so hoch war die Bildungsbeteiligung von Kindern der Herkunftsgruppe "mittel" (29 %). Noch extremer sind die Unterschiede, wenn Kinder der Herkunftsgruppe "niedrig" mit solchen aus "gehobenen" Schichten verglichen werden. Letztere haben sechsmal so hohe Chancen (66 %) auf ein Hochschulstudium wie erstere, berichtet die 17. Sozialerhebung des Studentenwerkes (PDF).
Der Ansicht zu sein, man könne ca. 13% seiner Gesamtlebenskosten in das eigene Handy investieren spottet jedenfalls jeglichem Realitätsbezug.
Das toppt all diese hohlen Aussagen, welche uns Glauben machen wollen daß der Wissenschaftsbetrieb Uni irgendetwas mit "Kunden" und "Geschäften" zu tun habe, und daß Gebühren eine "wertbewusste Inanspruchnahme" (LOL) seien bei weitem. Welche hohle Absurditäten man da so als langzeitgebührenzahlender Kunde wertbewusst in Anspruch nimmt, habe ich hier ja bereits mehr als einmal geschrieben.
Und was Gebühren mit besserer Qualität zu tun haben, also das muss man anscheinend nicht mal mehr ausführen, da es der Pöbel allem Anschein nach auch schon in Form dieser leeren Phrase für etwas gutes erachtet. Was mehr kostet war ja schliesslich schon immer besserer Qualität - ja nee iss klar, Freunde.
Die angebliche "Sozialverträglichkeit" welche immer wieder herbeigelallt wird, ist eine reine Farce: So waren bereits im Jahre 2003 wo es noch nichtmal Gebühren für LangzeitstudentInnen gab diejenigen aus niedrigen sozialen Schichten krass benachteiligt: Von 100 Kindern, deren Väter der Herkunftsgruppe "niedrig" zugeordnet wurden, nahm im Jahr 2000 etwa jedes zehnte ein Hochschulstudium auf. Nahezu drei mal so hoch war die Bildungsbeteiligung von Kindern der Herkunftsgruppe "mittel" (29 %). Noch extremer sind die Unterschiede, wenn Kinder der Herkunftsgruppe "niedrig" mit solchen aus "gehobenen" Schichten verglichen werden. Letztere haben sechsmal so hohe Chancen (66 %) auf ein Hochschulstudium wie erstere, berichtet die 17. Sozialerhebung des Studentenwerkes (PDF).
2500 Euro pro Semester
27. Januar 2005 - 11:36 Uhr - Moe
... prognostiziert Klaus Zimmermann vom deutschen Institut für Wirtschaftsforschung: Klar ist, dass die 500 Euro pro Semester, die derzeit diskutiert werden, nur ein Einstieg sein können. Auf die Dauer ist das viel zu wenig, um den Universitäten Anreize zu geben, ihre Studenten als Kunden zu betrachten. Ich rechne damit, dass ein Studiengang an einer durchschnittlichen deutschen Uni in fünf Jahren etwa 2500 Euro pro Semester kosten wird. [via Handelsblatt] (Diesen Beitrag gibt es auch im Weblog Gegen Studiengebühren in Hessen)
Tags: Studiengebuehren
Tags: Studiengebuehren
Studiengebühren für alle!
26. Januar 2005 - 12:29 Uhr - Moe
Karlsruhe hat entschieden, und das Verbot von Studiengebühren aufgehoben, nachdem einige CDU-geführte Länder dagegen geklagt haben. Ab nun können die alten Säcke, welche kostenlos studiert haben also aufatmen, haben sie doch einen weiteren Wettbewerbsnachteil eingeführt, um sich künstlich an der Macht zu halten.
Den Schwachsinn der dazu verlautet wird muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:
Das Gericht geht davon aus, dass Studiengebühren den Ländern nun die Chance geben, die Qualität ihrer Hochschulen zu verbessern. Außerdem würden die Gebühren bei den Studenten zu einer "wertebewussten Inanspruchnahme" der Unis führen. Es sei zudem anzunehmen, dass die Länder die Gebühren sozialverträglich gestalten, damit auch Studenten aus einkommensschwachen Familien ihre Chancen auf Bildung wahren könnten. [via Yahoo]
Schon die erste Feststellung beruht mal wieder auf der Annahme, daß der Kapitalismus eine Qualitätsverbesserung sei. Gebühren erhöhen Qualität. Ja nee iss klar. Konnte man zuletzt ja auch gut an der Praxisgebühr sehen, die dazu führte das manche Leute einfach nicht mehr zum Arzt gehen. Zumal den Unis bislang immer die Gelder vom Land ungefähr soweit heruntergekürzt wurden, wie sie sie selbst durch Gebühren oder Einsparungen einnehmen konnten.
Die "wertebewussten Inanspruchnahme" lässt mich lachen, bei dem Scheiß, den man als Pädagogikstudent in Gießen normalerweise so geboten bekommt. Klar gibt es ein paar wenige Ausnahmen von Leuten die auch nicht wissen warum sie sich in diese Provinzuni verirrt haben. Alles in allem spottet das, was sich dort Uni nennt jedoch jeglicher Beschreibung - und zwar selbst dann, wenn man nichts für zahlt. Ich habe mich fast nie getraut hier meine Erlebnisse mit der Uni aufzuschreiben, weil sie einfach zu grotesk sind. Und ich wahrscheinlich dann auch Probleme bekommen würde, mein Studium zu beenden, falls das einer der Pädagogen lesen würde. Aber ich schweife ab.
Zum dritten Satz, der Sozialverträglichkeit: Schon jetzt sind Studierende aus unteren sozialen Schichten an Unis krass unterrepräsentiert, auch ganz ohne Gebühren, und das ist ein Fakt. Hier mal wieder mit dem Schlagwort der nie näher definierten "sozialverträglichen" Gebühren zu kommen, ist also totaler Schwachsinn. Sozialverträglich, was soll das überhaupt heissen. Soviel wie "asozial, aber nur ein bißchen"?
Interessant ist auch die Aussage aus der Pressemitteilung, wieso man doch eine verfasste Studierenschaft nicht brauche: Das Ziel, die Voraussetzungen für eine bundesweite Vertretung der Studierenden als Ansprechpartner der Bundesregierung in hochschulpolitischen Fragen zu schaffen, rechtfertigt eine bundesgesetzliche Regelung nicht. Denn es kann nicht angenommen werden, dass Bundesregierung und Bundesgesetzgeber ohne eine bundesweit institutionalisierte Interessenvertretung der Studierenden Gefahr liefen, Problemlagen und Sachgegebenheiten nicht angemessen zu erfassen und zu bewältigen. Nein, wieso auch. Am Ende könnte sich ja mal jemand zu den "Problemlagen und Sachgegebenheiten" äußern, der nicht nur betroffen, sondern jetzt auch bald zahlender Kunde ist.
Diese Farce, die da durchgezogen wird ist sowas von offensichtlich, aber es stört einfach keinen. Die eine Hälfte der Idioten glaubt daß es tatsächlich was bringe, die andere Hälfte weiß, daß es die Unis in den Ruin führt, aber sie profitieren davon. Schließlich zahlt in Zukunft jeder doppelt: Erst seine Studiengebühren, dann seine (in der Regel bei HochschulabsolventInnen schliesslich durch höhere Einkünfte auch höher liegenden) Steuern.
Naja, falls ich jemals ein Kind haben sollte kann das dann ja immer noch Maurer werden, oder so.
Etwas sachlicher das Ganze im Weblog Gegen Studiengebühren und Bildungsabbau in Hessen.
Update: Siehe auch die Zusammenfassung im BildungsBlog: Karlsruhe erklärt Verbot von Studiengebühren für verfassungswidrig.
Den Schwachsinn der dazu verlautet wird muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:
Das Gericht geht davon aus, dass Studiengebühren den Ländern nun die Chance geben, die Qualität ihrer Hochschulen zu verbessern. Außerdem würden die Gebühren bei den Studenten zu einer "wertebewussten Inanspruchnahme" der Unis führen. Es sei zudem anzunehmen, dass die Länder die Gebühren sozialverträglich gestalten, damit auch Studenten aus einkommensschwachen Familien ihre Chancen auf Bildung wahren könnten. [via Yahoo]
Schon die erste Feststellung beruht mal wieder auf der Annahme, daß der Kapitalismus eine Qualitätsverbesserung sei. Gebühren erhöhen Qualität. Ja nee iss klar. Konnte man zuletzt ja auch gut an der Praxisgebühr sehen, die dazu führte das manche Leute einfach nicht mehr zum Arzt gehen. Zumal den Unis bislang immer die Gelder vom Land ungefähr soweit heruntergekürzt wurden, wie sie sie selbst durch Gebühren oder Einsparungen einnehmen konnten.
Die "wertebewussten Inanspruchnahme" lässt mich lachen, bei dem Scheiß, den man als Pädagogikstudent in Gießen normalerweise so geboten bekommt. Klar gibt es ein paar wenige Ausnahmen von Leuten die auch nicht wissen warum sie sich in diese Provinzuni verirrt haben. Alles in allem spottet das, was sich dort Uni nennt jedoch jeglicher Beschreibung - und zwar selbst dann, wenn man nichts für zahlt. Ich habe mich fast nie getraut hier meine Erlebnisse mit der Uni aufzuschreiben, weil sie einfach zu grotesk sind. Und ich wahrscheinlich dann auch Probleme bekommen würde, mein Studium zu beenden, falls das einer der Pädagogen lesen würde. Aber ich schweife ab.
Zum dritten Satz, der Sozialverträglichkeit: Schon jetzt sind Studierende aus unteren sozialen Schichten an Unis krass unterrepräsentiert, auch ganz ohne Gebühren, und das ist ein Fakt. Hier mal wieder mit dem Schlagwort der nie näher definierten "sozialverträglichen" Gebühren zu kommen, ist also totaler Schwachsinn. Sozialverträglich, was soll das überhaupt heissen. Soviel wie "asozial, aber nur ein bißchen"?
Interessant ist auch die Aussage aus der Pressemitteilung, wieso man doch eine verfasste Studierenschaft nicht brauche: Das Ziel, die Voraussetzungen für eine bundesweite Vertretung der Studierenden als Ansprechpartner der Bundesregierung in hochschulpolitischen Fragen zu schaffen, rechtfertigt eine bundesgesetzliche Regelung nicht. Denn es kann nicht angenommen werden, dass Bundesregierung und Bundesgesetzgeber ohne eine bundesweit institutionalisierte Interessenvertretung der Studierenden Gefahr liefen, Problemlagen und Sachgegebenheiten nicht angemessen zu erfassen und zu bewältigen. Nein, wieso auch. Am Ende könnte sich ja mal jemand zu den "Problemlagen und Sachgegebenheiten" äußern, der nicht nur betroffen, sondern jetzt auch bald zahlender Kunde ist.
Diese Farce, die da durchgezogen wird ist sowas von offensichtlich, aber es stört einfach keinen. Die eine Hälfte der Idioten glaubt daß es tatsächlich was bringe, die andere Hälfte weiß, daß es die Unis in den Ruin führt, aber sie profitieren davon. Schließlich zahlt in Zukunft jeder doppelt: Erst seine Studiengebühren, dann seine (in der Regel bei HochschulabsolventInnen schliesslich durch höhere Einkünfte auch höher liegenden) Steuern.
Naja, falls ich jemals ein Kind haben sollte kann das dann ja immer noch Maurer werden, oder so.
Etwas sachlicher das Ganze im Weblog Gegen Studiengebühren und Bildungsabbau in Hessen.
Update: Siehe auch die Zusammenfassung im BildungsBlog: Karlsruhe erklärt Verbot von Studiengebühren für verfassungswidrig.
Studiengebühren für alle
26. Januar 2005 - 12:05 Uhr - MoeWarum auch nicht, all die alten Säcke da draussen haben schliesslich kostenlos studiert, und vielleicht ihre fette Frau in den 80ern immer schön auf Kur geschickt wenn die mal wieder Urlaub brauchte, denn die Kassen hattens ja, dafür habt ihr Euch jetzt schön reich daran gestossen, also wird jetzt abkassiert wo's geht. Daß ihr dafür die Massen dumm halten müsst, wisst ihr genau. Eine Rente wollt ihr ja schliesslich auch dafür sicher haben, daß ihr die letzten Drecksäcke seid. Wie soll das gehen, wenn Euch nicht bald irgendeiner für einen Euro pro Stunde den Rasen mäht. Damit es dazu kommt, muss man ihm eben die Chancen verbauen. Zwar sind und waren Studierende aus unteren sozialen Schichten schon immer an der Uni krass unterrepräsentiert, aber das ist nichts, was man mit Gebühren nicht noch verschärfen könne. Ich hab langsam genug von ständigen Diskussionen und der Suche nach Konsen mit irgendwelchen Leuten die ich ungefähr soviel verachte, wie sie mich.
Den Stuss muss man sich jedenfalls mal auf der Zunge zergehen lassen: Das Gericht geht davon aus, dass Studiengebühren den Ländern nun die Chance geben, die Qualität ihrer Hochschulen zu verbessern. Außerdem würden die Gebühren bei den Studenten zu einer "wertebewussten Inanspruchnahme" der Unis führen. Es sei zudem anzunehmen, dass die Länder die Gebühren sozialverträglich gestalten, damit auch Studenten aus einkommensschwachen Familien ihre Chancen auf Bildung wahren könnten.
Bundesregierung positioniert sich: Gegen Studiengebühren
20. Januar 2005 - 12:20 Uhr - Moe
Die Bundesregierung gibt bekannt, daß sie sich gegen Studiengebühren positioniert. Ich halte das zwar für einen eher symbolischen, aber dennoch bemerkenswerten Akt: Das Bundesverfassungsgericht wird in der kommenden Woche über eine Aufhebung der Studiengebührenfreiheit entscheiden. Die Bundesregierung hält Studiengebühren für schädlich. Weitere finanzielle Belastungen würden dazu führen, dass sich weniger junge Menschen in Deutschland für ein Studium entschließen. (...)
Die Bundesregierung ist nach wie vor der Auffassung, dass Studiengebühren zentralen Zielen der Bildungspolitik widersprechen. Folgende Argumente sprechen dafür, an der Studiengebührenfreiheit festzuhalten:
* Deutschland braucht mehr Akademiker
* Studieren darf nicht noch teurer werden
* Nicht nur Kinder aus reichen Familien sollen studieren können
* Die Mobilität der Studierenden muss gewahrt bleiben
* Akademiker bezahlen ihr Studium
* Studiengebührenfreiheit ist kein Sonderweg Weiterlesen bei bundesregierung.de: Keine Studiengebühren für das Erststudium. [via Gegen Studiengebühren in Hessen]
Tags: Studiengebuehren
Die Bundesregierung ist nach wie vor der Auffassung, dass Studiengebühren zentralen Zielen der Bildungspolitik widersprechen. Folgende Argumente sprechen dafür, an der Studiengebührenfreiheit festzuhalten:
* Deutschland braucht mehr Akademiker
* Studieren darf nicht noch teurer werden
* Nicht nur Kinder aus reichen Familien sollen studieren können
* Die Mobilität der Studierenden muss gewahrt bleiben
* Akademiker bezahlen ihr Studium
* Studiengebührenfreiheit ist kein Sonderweg Weiterlesen bei bundesregierung.de: Keine Studiengebühren für das Erststudium. [via Gegen Studiengebühren in Hessen]
Tags: Studiengebuehren
fzs: "Ein-Euro-Jobs in jeder Variante haben an den Hochschulen nichts zu suchen"
07. Januar 2005 - 16:58 Uhr - Moe
"Die so genannten Ein-Euro-Jobs ersetzen auch an den Hochschulen reguläre Arbeitsverhältnisse", kritisiert fzs-Vorstandsmitglied Nele Hirsch. Laut einer Befragung des bundesweiten studentischen Dachverbands sind an vielen Hochschulen bereits mehrere der prekären Arbeitsgelegenheiten mit Zwangscharakter eingerichtet, die mit Inkrafttreten des Hartz-IV-Gesetzpakets zum Jahreswechsel offiziell eingeführt werden. Dazu gehört an führender Stelle auch die Philipps-Universität Marburg. Bereits jetzt sind viele Arbeitsgelegenheiten eingerichtet, die Arbeitsplätze in Archiven, Bibliotheken oder der Zentralverwaltung reduzieren.. Weiterlesen beim freien Zusammenschluß von StudentInnenschaften: Billigjobs mit Zwangscharakter.
Die 8,02€ (abzüglich unbezahlter Überstunden) welche man hier in Hessen als studentische Hilfskraft dafür bekommt, dass man Seminare mitkonzipiert und durchführt, Hardware wartet, HTML programmiert, Videos schneidet oder eLearning-Szenarien erstellt scheinen da noch geradezu generös.
Die 8,02€ (abzüglich unbezahlter Überstunden) welche man hier in Hessen als studentische Hilfskraft dafür bekommt, dass man Seminare mitkonzipiert und durchführt, Hardware wartet, HTML programmiert, Videos schneidet oder eLearning-Szenarien erstellt scheinen da noch geradezu generös.
Ressourcen für Weblog-Forscher
07. Januar 2005 - 16:31 Uhr - Moe
BildungsBlog: Eine wahre Fundgrube für Blog-Forscher verspricht der Bereich Weblog Research von Martin le Vrang & Markus Westner GbR zu werden: Neben einer umfangreichen Büchersammlung werden im Bereich Studien auch einige Seminar-, Diplom- und Masterarbeiten, welche sich in verschiedenen Fächern mit Weblogs beschäftigen, aufgelistet. Diese sind meist deutschsprachig, so zum Beispiel die Diplomarbeit "Weblogs als Kernstruktur in e-learning Environments" von Stefan Felkel (TU Wien). [via BlogHaus.net]
Eine umfangreiche Liste englischsprachiger Publikationen zum Thema findet man übrigens bei 'Into the Blogosphere' von der University of Minnesota (ich berichtete).
Eine umfangreiche Liste englischsprachiger Publikationen zum Thema findet man übrigens bei 'Into the Blogosphere' von der University of Minnesota (ich berichtete).
