Archiv: März 2004

Blogwalk 2

24. März 2004 - 14:47 Uhr - Moe
Blogwalk 2, eine akademische, kollaborative Veranstaltungsreihe über Weblogs, (siehe Martin Röll zum Blogwalk 1.0) findet anscheinend das nächste mal in Deutschland statt, wahrscheinlich in Nürnberg. Das hört sich ja fast so an als ob die Anreise auch für arme StudentInnen bezahlbar sein könnte und das Thema interessiert mich sehr, schliesslich will ich meinen Prof immer noch zu einer Diplomarbeit über Blogs und selbstgesteuertes Lernen überreden! Ob ich es wohl schaffe da aufzutauchen..? Encouraged by the kind feedback we are getting from the participants of our meeting in Enschede, The Netherlands, we are pushing BlogWalk 2.0 into the planning stage. It will most likely take place in Nürnberg, Germany, and focus on personal Webpublishing and its role in self-organized and informal learning. [via Sebastian Fiedler]

Uni Kassel: Exmatrikulationen steigen um über 1600% an

24. März 2004 - 14:30 Uhr - Moe
Die Studiengebühren der Landesregierung zeigen Wirkung: An der Uni Kassel haben sich zum kommenden Sommersemester 952 Studierende exmatrikuliert, im Sommersemester des Vorjahres waren es 59. [via Unik]

Wir können also mit Fug und Recht behaupten, dass wir dank Studiengebühren mehr Menschen in die Arbeitslosigkeit, und weniger Menschen in die Unis bekommen.

Gutachten des Bundestags: Studiengebühren sind sinnlos

23. März 2004 - 13:25 Uhr - Moe
Studiengebühren sollen den Unis mehr Geld bringen, den Studenten mehr Mitsprache - offenbar alles Humbug. Nach einem neuen Bundestags-Gutachten behalten die Länder die Einnahmen, die Hochschulen dagegen haben jede Menge Scherereien. [...]

Dass Hochschulen und auch Studenten selbst nicht wirklich von Studiengebühren profitieren, belegen auch Beispiele aus anderen Ländern. In Österreich etwa kassiert der Staat einen Großteil der Beiträge ein, so dass die Studenten zwar zahlen, aber nicht besser studieren. In Australien, Großbritannien oder den USA dürfen die Hochschulen die Gebühren zwar behalten, dafür kürzt der Staat ihnen aber öffentliche Zuschüsse weg.

Für die Hochschulen bedeutet das: Sie haben nicht unbedingt mehr Geld. Aber um das, was sie brauchen, müssen sie stärker konkurrieren. Dies belegt eine aktuelle Analyse der sozialen Auswirkungen von Studiengebühren, die der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages auf Anfrage der PDS-Abgeordneten Gesine Loetzsch erstellt hat.

Im Gutachten werden nahezu alle Argumente für Studiengebühren am Beispiel der Modelle anderer Länder widerlegt: Demnach führen Studiengebühren weder zu einem schnelleren Studienabschluss, noch können die Studenten als zahlende Kunden mehr Einfluss auf ihre Situation nehmen und etwa für bessere Studienbedingungen eintreten. "Das", konstatiert Gregor Strate, Autor der Analyse, "entspricht eher theoretischem Wunschdenken als der Realität."
[via Spiegel Online]

Praktikum: Lernerorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung

22. März 2004 - 15:56 Uhr - Moe
Aus meinem Praktikum kommt dieser Link zur Lernerorientierten Qualitätstestierung in der Weiterbildung. Dieses Konzept gilt es unter anderem auf den Web-Bereich und das Extranet des Hessischen Volkshochschulverbandes anzuwenden: Bildung ist ein einzigartiges »Produkt«, mit keinem Produkt bzw. keiner Dienstleistung einer anderen Branche zu vergleichen. Die Besonderheit von Bildung besteht darin, dass dieses »Produkt« gar nicht vom Anbieter hergestellt wird, sondern dass der Abnehmer - sprich der Lernende - selbst es in Eigenaktivität herstellen muss. Der Lernende ist der eigentliche »Produzent« von Bildung. Dieser Sonderstatus der Bildungsbranche macht ein besonderes Qualitätsmanagement erforderlich.

Mit dem Lernerorientierten Qualitätsmodell liegt das einzige direkt aus der Weiterbildung und für die Weiterbildung entwickelte Qualitätsentwicklungs- und -testierungsverfahren vor. LQW hat seinen Ausgangs- und Bezugspunkt im konkreten Lernprozess, und auf diesen kommt es an, wenn man von Qualität von Bildung redet.
(LQW: Verfahren) Ich bin etwas skeptisch wo das im Grossen und Ganzen tendenziell hinführen soll, sehe aber sicher auch keine Alternativen zwecks mangelndem Überblicks. Deswegen sage ich erst dann was dazu wenn ich mich einerseits eingelesen, und andererseits mehr über die Institution gelernt habe.

Studie: 'Hohe Kosten halten Arme von Gymnasium und Uni fern'

20. März 2004 - 16:16 Uhr - Moe
Das deutsche Bildungssystem verhindert durch seine Kostenverteilung, dass Kinder aus sozial schwachen Familien eine höhere Bildung erhalten. Dies ist das Ergebnis einer am Freitag veröffentlichten Studie des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS). Während die Kosten der Schulausbildung zu 19 Prozent, die eines Studiums gar zu 49 Prozent privat von Studenten oder Eltern finanziert werden müssen, beträgt dieser Anteil bei der Berufsausbildung nur vier Prozent. Wenn ein Kind also nach der Sekundarstufe I eine Berufsausbildung beginnt, entstehen den Eltern durch die geringeren Lebenshaltungskosten für das Kind und das Kindergeld, das sie trotzdem erhalten, hohe finanzielle Vorteile. Dies verhindert aber einen stärkeren Zugang einkommensschwacher Schichten zu weiterführender Bildung, zunächst zur gymnasialen Oberstufe, warnte das FiBS. Die Einführung von Studiengebühren, auch in Form von Gutscheinen, sei deshalb kontraproduktiv. Im Gegenteil müsse gerade für bildungsferne Schichten der Zugang zu Kindertagesstätten, gymnasialer Oberstufe und Hochschule stärker gefördert werden.

Das FiBS hatte im Auftrag des Bundesbildungsministeriums die gesamten Ausgaben für Bildung und deren Finanzierung betrachtet. Die Studie räumt mit einigen verbreiteten Vorurteilen auf: Die Berufsausbildung beispielsweise wird nicht überwiegend durch die ausbildenden Betriebe, sondern zu zwei Dritteln durch den Staat finanziert. Der Anteil der Unternehmen beträgt nur 31 Prozent, die privaten Haushalte zahlen vier Prozent.

Dagegen ist ein Studium für die Studierenden bzw. ihre Eltern keineswegs kostenlos: Nur 51 Prozent der Kosten zahlt der Staat, den Rest müssen die Familien selbst aufbringen. "Damit ist das in Deutschland gängige Vorurteil eines kostenlosen Studiums endgültig widerlegt", fassen die Forscher zusammen.
Weiterlesen bei ngo-online [via Genosse Tabu]

Schulbuchausgaben auf Rekordtief

16. März 2004 - 19:53 Uhr - Moe
Die staatlichen Ausgaben für Schulbücher und Lernsoftware sind 2003 auf ein Rekordtief abgerutscht: Fast 10 Prozent weniger als im Vorjahr (rund 250 Mio. Euro) wurden bundesweit investiert. Damit hat sich die negative Entwicklung bei den Investitionen von Ländern und Kommunen in die Erneuerung der Bildungsmedienausstattung weiter verschärft.

Pro-Schüler-Ausgaben um 40 Prozent geringer als 1991
Seit 1991 kämpft die Branche der gut 70 Bildungsmedienverlage mit einem kontinuierlichen Rückgang der öffentlichen Schulbuchausgaben. Die Pro-Schüler-Ausgaben der öffentlichen Hand sanken in diesem Zeitraum nach Auskunft des Branchenverbandes VdS Bildungsmedien um über 40 Prozent von 34,30 Euro auf nur noch 20,10 Euro. Positiv haben sich 2003 dagegen die privaten Investitionen in Bildungsmedien entwickelt: Sie konnten letztlich den Rückgang der staatlichen Ausgaben knapp ausgleichen.
Weiterlesen beim workshop zukunft [via generation blogger]

Studis in Hessen: "Verwaltungsgebühr" (50€) zurückfordern!

15. März 2004 - 10:40 Uhr - Moe
Hessens Studierende sollten den ab Sommersemester erhobenen Verwaltungsbeitrag von 50 Euro nur unter Vorbehalt zahlen und einen Erstattungsantrag stellen. Daran sollten sie allerdings auch in allen kommenden Semestern denken.

Den Rat gibt ihnen der renommierte Marburger Verwaltungsrechtler Peter Hauck-Scholz. In Musterverfahren vertritt der Jurist fünf Studierende aus Marburg, Gießen, Kassel, Frankfurt und Darmstadt, die mit Hilfe der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gegen den umstrittenen Beitrag vorgehen, der neu zum kommenden Sommersemester in Hessen mit der Rückmeldung eingefordert wird.

Denn bis die juristischen Auseinandersetzungen zu einem Ergebnis gekommen sind, kann es nämlich noch Jahre dauern. Und nur diejenigen Studierenden, die jedes Semester einen Erstattungsantrag gestellt haben, haben dann auch eine Chance, ihr Geld wieder zurücküberwiesen zu bekommen. Schließlich sind die Eilverfahren, von denen sich die Gewerkschafter eine schnellere Entscheidung erhofften, in der vergangenen Woche auch in der zweiten Instanz gescheitert.

Begründung: Es sei den Studierenden zuzumuten, die Gebühr von 50 Euro zunächst zu zahlen und das Hauptsacheverfahren abzuwarten, teilte das Gericht mit.
[Weiterlesen bei der Frankfurter Rundschau]

Praktikum bei der Hessischen Landesregierung

15. März 2004 - 10:23 Uhr - Moe
Die hessische Landesregierung bietet ein vierwöchiges Praktikum in der Informationsabteilung der Hessischen Staatskanzlei an. 'Das Praktikum wird mit 50 € pro Woche entlohnt.'

Exmatrikulationswelle in Hessen

05. März 2004 - 11:29 Uhr - Moe
In Darmstadt exmatrikulieren sich die Studierenden zu Tausenden, u.a. deswegen, weil sie es sich finanziell nicht leisten können, die neu eingeführten Studiengebühren zu bezahlen. So manch einer muss sich jetzt bis zur Prüfung exmatrikulieren um überhaupt Lernen zu können anstatt Gebühren verdienen zu müssen. Die hessische Landesregierung feiert dies nichtsdestotrotz als einen tollen Erfolg, und hält an der dümmlichen Konstruktion von Studenten die ja nur deshalb Studenten sind, damit sie umsonst Bus und Bahn fahren können, fest.
Nicht nur, dass es hierfür keinen Beleg gibt, ist das Semesterticket nebenbei auch kein Geschenk sondern eine Kalkulation, bei der der RMV nicht soo schlecht bei wegkommt. So oder so ist aber die Behauptung, jemand sei Student anstatt zu arbeiten, nur damit er nicht 20€ oder was für ne Monatskarte im Bus zahlen muss, schlichtweg eine Beleidigung jedes auch nur halbwegs intelligenten Menschen (davon scheint es im hessischen Wissenschaftsministerium nicht allzuviele zu geben).
Der beste Witz an den Langzeitstudiengebühren: Auch jetzt noch kann jeder der möchte sich 13 Semester lang zum Busfahren einschreiben. Wer aber im 14. Semester ist, ein Vordiplom mit 1,3 und alle Scheine zum Diplom bis auf einen einzigen hat, naja der ist dann eben selber schuld. Und da ja die Gebühren laut Regierung ein Anreiz sein sollen, um schneller fertig zu werden, muss derjenige dann eben in den nächsten 2 Semestern 1200€ zusätzlich verdienenen (und nochmals dementsprechend langsamer studieren) um sie dem Land zu leihen. Denn man bekommt das Geld ja sogar wieder, wenn man vor 2005/2006 fertig wird. Dümmer geht's nicht. Aber ich glaube ich habe das hier schon mehr als einmal ausgeführt.
Letztendlich ist das Resultat, dass das Land sehr viel weniger einnehmen wird, als der gute Herr Corts den Wählern mehr als einmal vorgelogen hat (wer den Dreisatz beherrscht, merkt recht schnell dass es gar nicht gehen kann, im nächsten Jahr 39Millionen mit Studiengebühren einzunehmen). An den Unis werden gleichzeitig die Studierendenzahlen sinken, dass heisst die Unis bekommen noch weniger Geld und werden noch schlechter. Und das will was heissen, bei dem Mist den man an einer hessischen Uni zu guten Teilen geboten bekommt.
Die Infos hat Manuel Heinrich netterweise im Weblog Gegen Studiengebühren in Hessen zusammengetragen: Die Folgen des StuGuG: "Exmatrikulationswelle" an der TUD und Freude im HMWK.

Spendenaufruf: Stadtteilbibliotheken in Frankfurt

02. März 2004 - 12:21 Uhr - Moe
Stadt und Land sind sich mal wieder einig, so will man auch Frankfurt dummsparen und vier Stadtteilbibliotheken schliessen: Aufruf für das erneute Bürgerbegehren zum Erhalt aller Stadtteilbibliotheken
Die Stadt Frankfurt hat beschlossen, vier Stadtteilbibliotheken zu schließen und die Existenz der verbleibenden zum Teil von ehrenamtlicher Arbeit abhängig zu machen.
Wir Bürger brauchen nahe und gut ausgestattete Stadtteilbüchereien nicht nur für Kinder, Eltern und ältere Menschen, sondern auch für eine qualifizierte Leseförderung gemeinsam mit den Schulen und Kindereinrichtungen in den Stadtteilen. Angesichts der fatalen Ergebnisse der PISA-Studie, sollte die Politik nicht an der falschen Stelle sparen:
"Damit das Buch zu guter Letzt zum selbstverständlichen Teil der sozialen Wirklichkeit möglichst vieler wird, hat das größte Interesse der Politik nach wie vor zuallererst den Bibliotheken zu gelten: die Möglichkeit, an Bücher auf möglichst mühelose Weise heranzukommen, ist schließlich die Grundvoraussetzung aller Lesefähigkeit und Lesemotivation überhaupt - und damit die Voraussetzung all unserer Bemühungen um qualifizierte Leseförderung." (Hilmar Hoffmann)
Weiter bei http://www.lese-zeichen-bockenheim.de/htm/frameset.htm
[via Gesprächsfetzen via ralph]

(Kann das jemand der dort Schreibrecht hat mal ins Frankfurt-Weblog einstellen?)