Die FAZ scheint immer öfters über Weblogs zu schreiben, diesmal geht es um Autoren die versuchen, via Weblog ihre Bücher zu promoten: Zwar hat es die Form des digitalen Journals unter der gräßlichen Bezeichnung "Blog" zum Internet-Hype der vergangenen zwei Jahre geschafft, aber gerade angesichts der unüberschaubaren Schar gelegentlich bemerkenswert talentfreier Chronisten scheint es den professionellen Autoren im Netz die Sprache zu verschlagen. Es sieht fast so aus, als ob hierzulande Rainald Goetz' Internet-Tagebuch "Abfall für alle" bereits 1998 Maßstäbe gesetzt hat, die sich niemand mehr zu erreichen traut.
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Solange man mit einem gedruckten Buch selbst in Kleinstauflage immer noch mehr Eindruck machen kann als mit einer wie gut auch immer besuchten Website, so lange müssen die Verlage keine größeren Abwanderungsströme ins Netz befürchten. Und umgekehrt hoffen wohl selbst die Chef-Ideologen unter den Bloggern, trotz ihrer Manifeste gegen Gleichförmigkeit und Unzeitgemäßheit klassisch publizierter Werke, insgeheim auf die E-Mail eines interessierten Literaturagenten. Um so bemerkenswerter ist es, daß die Präsenz von Autoren im Netz in letzter Zeit in neuer Form wieder aufzuleben scheint - nicht als Ersatz für die papierne Ausgabe, sondern als Verlängerung der gedruckten Fassung mit anderen Mitteln: das Blog zum Buch wird immer beliebter. [Weiterlesen bei der FAZ: Die Invasion der Blogger]
Anscheinend nimmt hier die FAZ eine mehr oder minder "klassisch" journalistische Haltung an: Sie begreift Weblogs nicht als ein eigenes Medium. Es (für mich) geht weder um den Vergleich zwischen Bloggern und Journalisten, noch um den zwischen Bloggern und (Buch-)Autoren. Erstens schliesst in beiden Fällen das eine das andere weder ein noch aus, andererseits wird es, solange Weblogs gehyped werden, auch in Weblogs Marketingversuche für Produkte aller Art geben, ob sie nun literarisch sind oder nicht. Und dann soll es - man vergisst das in letzter Zeit ab und zu mal - ja auch noch Journalisten oder Autoren geben, die just for the sake of it bloggen, und nicht aus irgendwelchen wie auch immer gearteten professionellen Ambitionen heraus. Und wer eigentlich der Chef-Ideologe unter den Bloggern sein soll wüsste ich jetzt aber auch gerne. Vielleicht könnte man mal einen Award starten?
