Archiv: November 2003

Weblogs im Bildungsbereich

30. November 2003 - 21:48 Uhr - Moe
Was in Harvard und Stanford bereits fester Bestandteil des Uni-Alltags ist, könnte auch hierzulande Schule machen. Weblogs machen in der Ausbildung durchaus Sinn, weil sie den Umgang mit Informationen erleichtern, weil Publizieren alltäglich und damit auch der Wissensaustausch gefördert wird. Einige Szenarien dazu finden sich in diesem kurzen Exposé:

Weblogs im Bildungsbereich (pdf, 257 Kb)

Wiederverwendung ausdrücklich erwünscht.
[via knallgrau]

Viele weitere Links zu deutschsprachigen Weblog-Projekten im Bildungsbereich finden sich in der Rubrik EduBlogging im BildungsBlog.

Bildungsabbau in Hessen

29. November 2003 - 19:41 Uhr - Moe
Andrea rechnet die Ausgaben und die Bildungskürzungen der Koch-Regierung Hessens vor.

Pressemitteilung des FB03 der JLU Giessen

28. November 2003 - 20:34 Uhr - Moe
Hier die aktuelle Pressemitteilung des FB03 mit der Bitte um Kenntnisnahme...

Sehr geehrte Damen und Herren

Der Fachbereich 03 Sozial- und Kulturwissenschaften hat, dem Beschluss der Fachbereichsvollversammlung vom 24.11. entsprechend, die Häuser des Philosophikums II die komplette letzte Woche bestreikt und die Veranstaltungen boykottiert. Stattdessen veranstalteten Studierende und DozentInnen Alternativseminare und die Studierenden trafen sich in Arbeitskreisen und organisierten Protestaktionen.

Es besteht seitens der Lehrenden ein hoher Grad an Unterstützung gegenüber den Forderungen der Studierendenschaft. Die Zusammenarbeit wurde so vertieft, dass Studierende und DozentInnen nun ein gemeinsames Veranstaltungsprogramm für die nächste Woche planen. So sollen nächste Woche Veranstaltungen zu ihren regulären Terminen stattfinden, jedoch nicht mit dem regulären Lehrstoff fortfahren. Gemeinsam soll über die aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklung in Hessen (Sozialabbau, Studiengebühren) diskutiert werden.

Dieses Konzept wollen die Fachschaft Erziehungswissenschaften und die DozentInnen am Montag, den 01.12.03 um 10.00 Uhr im Philosophikum II Haus B Raum 030 den Studierenden vorstellen und mit ihnen diskutieren. Im Anschluss findet dann um 12.00 Uhr die Fachbereichsvollversammlung statt. Zu dieser Vollversammlung möchten wir auch Sie herzlichst einladen.

Vor Ort würden sich sowohl DozentInnen als auch Studierende freuen, Ihnen ihre Standpunkte persönlich darzustellen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Fachschaft
[via Die Uni Giessen im Streik!]

Präsidenten hessischer Hochschulen wollen Aussprache mit Koch

28. November 2003 - 20:28 Uhr - Moe
Die Präsidenten der zehn hessischen Universitäten und Fachhochschulen haben in einem gemeinsamen Brief an Ministerpräsident Roland Koch (CDU) eine Aussprache mit der Landesregierung gefordert. Damit wollen sie die öffentlichen Angriffe gegen den Kasseler Uni-Präsidenten Rolf-Dieter Postlep beilegen. [...]
Der Präsident der Technischen Hochschule Darmstadt (THD), Johann- Dietrich Wörner, forderte am Freitag ein Ende des öffentlich ausgetragenen Streits. "Die zehn Präsidenten der hessischen Universitäten und Fachhochschulen haben zu diesem Vorgang eine einhellige Meinung, aber wir wollen die Inhalte nicht über die Presse, sondern auf kürzerem Wege klären“, sagte Wörner der dpa.
[via FAZ.net]
(Diesen Beitrag gibt es auch im Weblog Gegen Studiengebühren in Hessen - sobald es wieder läuft)

Was ist eigentlich ein Student?

27. November 2003 - 16:37 Uhr - Moe
Ich zitiere DIE ZEIT Nr.48 vom 20. November aus dem Artikel "Wie man in Deutschland studiert":

"Fragt man die Studierenden, wie sie ihre Generation selbst nennen würden, sagen sie: Wir sind die ängstliche Generation, die suchende, die sicherheitsorientierte, die selbstbezogene, die konsumorientierte, die gleichgültige. Wir sind die Abbrecher. Im günstigsten Falle: Wir sind die Realisten. Die Pragmatiker. Wir lernen, uns ans Notwendige anzupassen."
[via stadtphilosoph.de]

Giessen: Streik verlängert, Demo in der Innenstadt

26. November 2003 - 18:15 Uhr - Moe
Heute fand in Giessen wieder eine studentische Vollversammlung statt, auf der der bisherige Verlauf des Streiks und der Protestaktionen gegen Studiengebühren und Bildungsabbau geschildert und diskutiert wurden. Anschliessend wurden diverse Resolutionen zu Boden gestimmt und die Studierendenschaft entschied sich in einer Abstimmung für die Weiterführung des Streiks an der Uni Giessen. Dessen Umsetzung an den Fachbereichen liegt nach wie vor im Ermessen der jeweiligen Fachschaften.


Anschliessend gab es eine Demo durch das Schiffenberger Tal, über den Berliner Platz, Marktplatz und Seltersweg, dann über die Südanlage zum "Elefantenklo", dem hässlichen Wahrzeichen Giessens. Dort wurde für ca. eine Viertelstunde die Kreuzung blockiert, anschliessend ging es durch den Seltersweg zur Abschlusskundgebung.

Schiffenberger Tal:


[Weiterlesen]

"Langzeit-Studiengebühren wirken politisch schön"

25. November 2003 - 00:49 Uhr - Moe
Experte sieht keinen Sinn in den Gebühren
Sogar die professionellen Befürworter von allgemeinen Studiengebühren sind der Ansicht, dass Gebühren für LangzeitstudentInnen, so wie von der hessischen Landesregierung geplant, keinen Sinn machen! Damit wird eines deutlich: Egal was man von Studiengebühren halten mag, die Pläne der hessischen Landesregierung sind so oder so völlig widersinnig und daher abzulehnen. Ein Auszug aus dem ZDF-Interview mit Frank Ziegele vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE): ZDFonline: Was spricht für die Einführung von Langzeitstudiengebühren?

Frank Ziegele: Dafür spricht eigentlich ziemlich wenig. Das Centrum für Hochschulentwicklung hat sich immer gegen die Einführung für Langzeitstudiengebühren, aber für die Einführung von allgemeinen Studiengebühren ausgesprochen. Die Langzeitgebühren haben völlig widersinnige Effekte auf die Anbieter der Lehrleistung: Denn es lohnt sich erst richtig, wenn die Studenten lange studieren. [...] Im schlimmsten Fall wird der Student in der Examensphase Langzeitstudent und muss, um Geld zu verdienen, anfangen zu arbeiten. Dadurch dauert sein Studium natürlich noch länger. [...]

ZDFonline: Sind es wirklich die Langzeitstudenten, die hohe Kosten verursachen?

Ziegele: Nein, man kann sogar davon ausgehen, dass Langzeitstudenten häufig keinen Cent mehr kosten als Kurzzeitstudenten. Sie sind oft Teilzeitstudenten, die nebenher arbeiten oder Kinder haben und deswegen nicht Vollzeit studieren. Sie besuchen nur einen Teil der Veranstaltungen, die sie eigentlich in einem Semester besuchen müssten. Daher kosten sie natürlich überhaupt nicht mehr, da sie die Leistung der Hochschule in gleichem Umfang beanspruchen, aber über eine längere Zeit gestreckt.

ZDFonline: Warum dann die Langzeitstudiengebühren?

Ziegele: Weil es politisch sehr schön wirkt und am Stammtisch sehr gut ankommt. Man kann über die faulen Studenten schimpfen, die nur rumhängen, nichts tun und schneller studieren sollen. Eine tiefere Rationalität kann ich in diesem System nicht erkennen. Auch werden die Einnahmen sehr gering bleiben. Wir werden gar nicht die Möglichkeit haben, mit den Einnahmen aus Langzeitgebühren die Studienqualität zu verändern. Im Idealfall gibt es keinen Langzeitstudierenden mehr und die Einnahmen sind gleich null.
Ich denke, mit dieser Stellungnahme und den herablassenden Äusserungen von Wissenschaftsminister Udo Corts wird es recht deutlich, was für eine populistische Stammtisch-Politik die hessische CDU betreibt. Dies deckt sich auch gut mit ihrem Informationsmanagent: Roland Koch teil seinem geneigten Volke auf seiner Website auch nicht mehr seine Öffentlichkeitstermine mit, auf dass sich niemand bei ihm beschweren kann. Die Studierenden sind aber besser informiert als es sich Herr Koch sogar von den seine Website besuchende Wählern wünscht, und werden ihm daher heute Abend bei seinem Vortrag in Frankfurt einen Besuch abstatten.
(Diesen Beitrag gibt es auch im Weblog Gegen Studiengebühren in Hessen)

"Es gibt auch andere hervorragende Lebenswege"

25. November 2003 - 00:01 Uhr - Moe
Wissenschaftsminister Udo Corts (CDU) verteidigt im Interview mit der Frankfurter Rundschau die von der Landesregierung geplante Einführung von Studiengebühren. Die Argumentationsführung spricht für sich.
Auf den Einwand, dass Studiengebühren keinerlei Verbesserung der Lehre an den Hochschulen mit sich bringen würde, meint Herr Corts lediglich, dies sei natürlich Sache der Hochschulen: [FR:] Sie bedauern, dass die Studienzeiten in Deutschland zu den längsten in Europa gehören. Für bessere Studienbedingungen, die vielleicht zu einem schnelleren Abschluss führen würden, leistet das neue Gesetz aber nichts.
[Corts:] Ich werde die Kritik von Asten und Studenten aufnehmen, die zum Beispiel sagen, sie könnten wegen überfüllter Seminare nicht in der Regelstudienzeit fertig werden. Diese Kritik leite ich an die Hochschulen weiter und werde mir berichten lassen, was sie denn tatsächlich zur Verbesserung der Studienbedingungen tun.
Weiterhin kritisiert Herr Corts den Lebensstil von "LangzeitstudentInnen" und möchte ihnen den Weg zu einem "hervorragenden Lebensweg" ohne Hochschulabschluss weisen: [FR:] Die Studiengebühren werden wohl zu einer Exmatrikulationswelle führen. Ist es das, was Sie wollten?
[Corts:] Bei einigen Studenten werden die Gebühren sicher dazu führen, dass sie ihr Studium ohne Examen abschließen. Natürlich ist das eine Niederlage. Aber man muss nicht sein ganzes Heil in diesem Abschluss sehen. Es gibt auch andere hervorragende Lebenswege.
(Diesen Beitrag gibt es auch im Weblog Gegen Studiengebühren in Hessen)

"Sägt man am Ast der Bildung, fällt der ganze Baum"

24. November 2003 - 23:03 Uhr - Moe
Aus der Kategorie Und was bitteschön soll das??? erzählt kHOSSmos Von der ungerechten Mittelverteilung der Kochschen Landesregierung.

"Nicht-Akademiker finanzieren Akademikern das Studium - ein Mythos"

24. November 2003 - 11:16 Uhr - Moe
Auch die Befürworter so genannter nachgelagerter Gebühren, die nach dem Studium bezahlt werden, betonen, dass das Geld allein den Hochschulen zugute kommen dürfe. Es sei gerecht, wenn Akademiker ihrer Hochschule etwas zurückzahlten, da sie auf Grund ihres überwiegend von den unteren und mittleren Einkommensgruppen steuerfinanzierten Studiums meist auch einen gut bezahlten Job hätten.

Dagegen heißt es in einem Gutachten für das Deutsche Studentenwerk, die traditionelle Behauptung, dass Nicht-Akademiker den Akademikern das Studium finanzierten, sei ein Mythos. Entsprechende Berechnungen vernachlässigten entscheidende Aspekte, die oft behauptete ungünstige Verteilungswirkung der staatlichen Bildungssubvention sei nicht belegbar. Stattdessen gebe es starke Anhaltspunkte für einen hohen Grad an "Eigenfinanzierung" über spezifische Steuerrückflüsse, die wie eine "Akademikersteuer" wirkten.

Belastet würden somit wieder vor allem Studierender aus sozial benachteiligten Schichten, die ohnehin wieder seltener an Hochschulen vertretenen seien, klagen die Kritiker. Denn neben ihrer "Akademikersteuer" müssten sie nach dem Studium dann auch noch für Bafög-Rückzahlung und Studiengebühren aufkommen.
[aus Stern.de: Überfüllte Unis verlängern das Studium, via Streikforum Uni Giessen]
(Diesen Beitrag gibt es auch im Weblog Gegen Studiengebühren in Hessen)

Und für diejenigen die es noch nicht wissen: Hier in Hessen sollen Studiengebühren natürlich nicht den Unis zugute kommen, sondern direkt in das Haushaltsloch der Landesregierung fliessen.

"Interaktivität ist überflüssig"

23. November 2003 - 23:09 Uhr - Moe
Die Süddeutsche mit einem Veriss der Tagung "Grenzen der Interaktivität" des Zentrums für Medien und Interaktivität an der hiesigen Justus-Liebig-Universität Giessen. [via korrespondenz.log]

Uni Giessen: Streik-Zeitung der Studis

23. November 2003 - 21:40 Uhr - Moe
Ab heute gibt's die erste Ausgabe der Giessener Streikzeitung. Die Druckausgabe sollte überall im Unigelände ausliegen und die pdf-Dateil gibt's hier....

Die Streikzeitung #1 als pdf-Datei
[via Asta-giessen.de/streik]
(Diesen Beitrag gibt es auch im Weblog Gegen Studiengebühren in Hessen)

Zu kurz gegriffen?

19. November 2003 - 16:49 Uhr - Moe
Claus stellt im Weblog Gegen Studiengebühren in Hessen die spannende Frage, ob ein Protest gegen Studiengebühren nicht letztendlich zu kurz greift, da eigentlich die Zerstörung des Sozialstaates als solches in der Tür steht. Meines Erachtens nach läuft es letztendlich auf die ökonomische Symptomatik eines politischen Prozesses heraus. Nur auf welcher Diskursebene, oder auch: In welcher Systemlogik sollte man argumentieren?

Online-Petition gegen Sozialabbau und Studiengebühren

17. November 2003 - 15:37 Uhr - Moe
Aufgrund der "Operation Sichere Zukunft", bei der die hessische Landesregierung Einsparungen in Millionenhöhe vornehmen will, haben wir (eine kleine Gruppe Studierender an der Uni Marburg) uns dazu entschlossen, eine Online-Petition zu starten, die bis zum 23.11.03 läuft. Wir wollen durch diese Petition auf die soziale Unverträglichkeit der Sparmaßnahmen hinweisen. Sowohl auf dem Sozial- als auch auf dem Bildungssektor werden massive Einsparungen vorgenommen, an den Unis sollen außerdem horrende Studiengebühren erhoben werden.
Um das Gesetz gegen den Sozialabbau vielleicht noch verhindern zu können, wollen wir das Ergebnis der Landesregierung zuschicken, bevor sie über das Gesetz (vermutlich am 26.11.) entscheiden. Daher die Begrenzung bis zum 23.11. Um so viele Stimmen wie möglich zusammen zu bekommen, bitte ich Euch, Euren Namen auf die Liste zu schreiben.

Der Link ist http://www.petitiononline.com/2311031/petition.html

Schickt bitte den Link auch an alle Leute weiter, die Ihr kennt. Denn das Thema Sozialabbau betrifft uns alle ... und denkt dran: Hessen ist erst der Anfang.
[Chris via Email]
(Diesen Beitrag gibt es auch im Weblog Gegen Studiengebühren in Hessen)

"Bourdieu & danach"

15. November 2003 - 22:30 Uhr - Moe
derStandard.at hat ein Special mit dem Titel "Bourdieu & danach" veröffentlicht. Unter anderem gibt es ein bislang unveröffentlichtes Interview von 1999 mit Pierre Bourdieu über seine Feldforschung und Fotoarbeit sowie eine Fotogallerie mit einigen Fotos Bordieus aus den 50er Jahren in Algerien. Bordieu war also auch ein Gelegenheitsfotograf. Bekannt wurde er meines Wissens nach primär durch seine soziologische Habitusforschung über die Alltagskultur sozialer Schichten. Weitere Infos dazu finden sich in der Wikipedia: Pierre Bourdieu. [via TangoBlog]

Auch die Giessener Medizin-StudentInnen...

15. November 2003 - 18:48 Uhr - Moe
Medizinstudenten gegen Studiengebühren in Hessen
... haben gestern symbolisch die Bildung zu Grabe getragen, um gegen Studiengebühren in Hessen zu protestieren. Einige Hundert zogen gestern in Giessen durch den Seltersweg (leider kam ich sehr spät, deswegen sind sowenige auf dem Bild zu sehen). Denn der von den Gebühren betroffene "Langzeitstudent" ist kein fauler, linksradikaler, zotteliger Mittdreissiger, wie uns die Landesregierung Hessens wieder und wieder weismachen will. Die Behauptung Kochs, "Studenten in Hessen könnten weiterhin ein sehr gutes, kostenfreies Studium haben" ist schlichtweg unwahr. Die Taktik der Landesregierung hingegen scheint nicht darin zu bestehen, ihre Behauptungen mit Fakten zu untermauern, sondern sie statt dessen wieder und wieder zu wiederholen.
Fakt ist, dass in manchen Fachgebieten sogar der tatsächliche Durchschnittswert der Semesterzahl der AbsolventInnen sie schon zu "Langzeitstudenten" klassifiziert, was auf die völligst miserablen Studienbedingungen zurückzuführen ist.
(Diesen Beitrag gibt es auch im Weblog Gegen Studiengebühren in Hessen)

Rauchen

15. November 2003 - 01:33 Uhr - Moe
für's Studium: [1] [2] (PDF)
Überfüllte Seminare

Gegen Studiengebühren in Hessen: Dieses Weblog wird bestreikt!

10. November 2003 - 01:06 Uhr - Moe
Für ein gebührenfreies Studium!
Dieses Weblog wird bestreikt, um meinem Protest gegen die im Rahmen des Sparprogramms "Operation Sichere Zukunft" geplante Erhebung von Studiengebühren in Hessen durch die hessische Landesregierung Ausdruck zu verleihen. Die etwaigen Folgen dieses sozialen wie bildungspolitischen Kahlschlags sind beispielsweise beim Asta Giessen nachzulesen. Was das für mich persönlich bedeutet und wieso ich absolut gegen Studiengebühren in Hessen bin, schildere ich unter anderem auch in dieser Diskussion über Studiengebühren im Streik-Forum der Uni Giessen. Nebenbei ist dies auch ein Bruch mit der Verfassung des Landes Hessen, so wie ich das als Laie deute. Gute Argumente gegen Studiengebühren gibt es viele, aber sie sind alle bereits vorgebracht worden. Nun gilt es also zu handeln.
Der Streik wird solange andauern wie der Streik der Studierendenschaft der Uni Giessen, ist also zunächst nur bis Mittwoch Freitag, den 14.11. befristet. Dann sehen wir mal weiter.
Dem/der geneigten LeserIn empfehle ich solange, sich statt der Lektüre meines Weblogs mal die Zeit zu nehmen, im Weblog Gegen Studiengebühren in Hessen und auf den Streik-Seiten der Uni Giessen zu lesen.
Denn Studiengebühren sind nicht fair! Sie bestrafen mich (und andere) z.B. dafür, sehr gute Zensuren zu haben, als wissenschaftliche Hilfskraft für die Uni zu Dumpinglöhnen gearbeitet zu haben, sich autodidaktisch HTML, CSS usw beigebracht zu haben um nicht ein pädagogischer Fachidiot zu werden, nur weil wir deswegen eben länger studieren müssen, in überfüllten Räumen, Seminaren aus denen wir wegen Überfüllung rausgeworfen werden, und in maroden Gebäuden. Studenten kosten kein Geld, im Gegenteil, es müssen viele von ihnen neben dem Studium für ihren Lebensunterhalt oder zumindest Teile davon durch Nebenjobs aufkommen. Und in den hessischen Unis sind, zumindest in den Geisteswissenschaften, überhaupt nicht die Möglichkeiten zu einem zielgerichteten, schnellen Studium gegeben. Wobei überhaupt noch die Frage wäre, ob dies denn überhaupt Sinn und Zweck eines akademischen Studiums sein sollte. Oder ob hier nicht einfach der wissenschaftliche Diskurs durch einen ökonomischen ersetzt oder zumindest von ihm "infiltriert" wird. Ökonomische Argumentation ist nun mal nicht wissenschaftliche Erkenntnis. Und hierin liegt unter anderem die Produktivkraft einer Uni. Aber ich schweife ab.
Also: GEGEN Studiengebühren in Hessen!

Bildung vs Altersversorgung?

09. November 2003 - 18:41 Uhr - Moe
Richard Gleim kommt dem Bildungsauftrag des Weblogs "Mehrzweckbeutel" in einem wie ich finde recht gelungenen Artikel nach: Wie kann man nur Bildung der Heranwachsenden gegen die Versorgung der Rentner aufrechnen! Ist es nicht viel gescheiter, Steuern von Sozialausgaben und damit auch die dafür notwendigen Einnahmen säuberlich zu trennen? Wie hier berichtet geht es auf keinen Fall. Bildung und Ausbildung haben absoluten Vorrang. Für jeden und für uns alle und für uns als Mitglieder eines Staatswesens. Da kann es keine Abstriche geben. Im Gegenteil, da muss aufgestockt werden. Das ist lange und oft genug diskutiert worden und da herrscht eine große Übereinstimmung über die Grenzen der politischen Gruppierungen hinweg.

Die Bildung der Jungen hat nichts, überhaupt nichts mit der Versorgung der Alten zu tun. Und die Altersversorgung der jetzt noch Jungen wird wohl nur erreicht, wenn diese in der Lage sind, im großen Konzert mitzuhalten, d.h. auch, wie es vorgesehen ist, für sich selbst zu sorgen. Man kann doch nicht einerseits die Bildungschancen herabsetzen und gleichzeitig fordern, die somit Benachteiligten hätten verdammt noch mal für sich selbst zu sorgen. Das erscheint mir als glatter Irrsinn.
Und mir erscheint der neoliberale Kapitalismus als glatter Irrsinn - denn genau da muss man doch eine derartige Haltung einsortieren. Oder irre ich da?
Denn Macht wird hier durch angeblich gleiche Möglichkeiten der Teilhabe kaschiert. Jedem der scheitert, wird die Verantwortung dieses Scheiterns persönlich angelastet. Die Ungleichheiten sind somit also von den Mächtigen gewollt, auch wenn etwas anderes behauptet wird.
Genau so eine Argumentation gab es im Streik-Forum der Uni Giessen: Hier fordert jemand, einerseits doch bitte das Studium als Beruf zu begreifen und nicht nebenher zu arbeiten, spricht sich aber andererseits für die Erhebung von Studiengebühren aus, um damit das Bildungssystem zu finanzieren. Sicher, die Qualität der Hochschullehre möge sich so verbessern, aber dies nur für einige wenige, die es sich leisten können. Dies kann nicht im Interesse des Allgemeinwohls liegen.
(Diesen Beitrag gibt es auch im Weblog Gegen Studiengebühren in Hessen)

Video der Senckenberg-Blockade

09. November 2003 - 02:39 Uhr - Moe
Dieses Video zeigt einige Szenen von der Senckenberg-Blockade gegen Roland Koch. Deutlich wird vor allem, wie ungerechtfertigt agressiv und gewalttätig sich die Polizei gegenüber anscheinend friedlichen Demonstranten verhält.

koch_kessel_isdn.mov - video/quicktime 3.3M

(Diesen Beitrag gibt es auch im Weblog Gegen Studiengebühren in Hessen)

Frankfurt: Studentische Protestaktion am Senckenbergmuseum

08. November 2003 - 16:13 Uhr - Moe
Studentische Demonstranten haben die Neu-Einweihung des Senckenbergmuseums in Frankfurt blockiert, um Roland Koch zunächst an der Eröffnung, und anschliessend an der Abreise zu hindern. Der Hintergrund ist, dass die Studierendenschaft der Uni Frankfurt ein Hausverbot gegen Roland Koch aufgrund seines sozialen Kahlschlags und der Einführung von Studiengebühren ausgesprochen hatte. Die Demonstranten wollten offenbar mit Barrikaden und einer Sitzblockade vor Kochs Dienstwagen die Abfahrt des Ministerpräsidenten von dem Museum verhindern. Mehrere Studenten seien von den Beamten weggetragen worden, berichtete die Polizei. Es soll auch zum Einsatz von Schlagstöcken gekommen sein. Vereinzelt seien Eier und Tomaten geflogen. [via Gegen Studiengebühren in Hessen]
Anscheinend geht nun auch die Polizei gewalttätig gegen die Demonstranten vor. Hoffen wir mal, dass das ein Einzelfall war.
Denn am Montag beginnt der Streik (Boykott) in der Uni Giessen. Hier wird es im Phil II auf jeden Fall zu Gebäudeblockaden kommen.

Das Giessener Protestmodell

06. November 2003 - 20:31 Uhr - Moe
Das Giessener Protestmodell
(Diesen Beitrag gibt es auch im Weblog Gegen Studiengebühren in Hessen.)

Streik an der Uni Giessen

06. November 2003 - 20:29 Uhr - Moe
Streik an der Uni Giessen
Die Termine für ein gebührenfreies Studium gibt es auf der Streikseite der Studierenden in Giessen.
(Diesen Beitrag gibt es auch im Weblog Gegen Studiengebühren in Hessen.)

(Weblog-) Debatte über Studiengebühren für das Erststudium

05. November 2003 - 20:52 Uhr - Moe
Interessant ist, dass die studentischen Funktionärsebenen (ASten u.ä., vgl. dieses Weblog) in ihrer Ablehnung der vermeintlich ungerechten Studiengebühren eine geschlossene Front bilden, während sich die Mehrheit der Studierenden (deren Wohl die ASten im Auge haben?) längst über Notwendigkeit und Gerechtigkeit der Studiengebühren klar geworden zu sein scheint - Umfragen bestätigen das ja regelmäßig. schreibt Alexander Hartmann.
Und mein Kommentar dazu: das ist nicht ganz richtig: also wenn die mehrheit der studierenden *für* studiengebühren ist, dann ist es diesen leuten anscheinend nicht die mühe wert, sich in die vollversammlungen zu begeben um ihre meinung kund zu tun. anders kann ich mir die mehrheitlichen beschlüsse *gegen* studiengebühren in den studentischen vollversammlungen an den hessichen unis nicht erklären.
auch nicht richtig ist, dass das im beitrag verlinkte weblog http://protest.blogger.de in einer besonderen verbindung zu studentischen funktionärsebenen stehe. da es ein offenes weblog ist entsprechen die beiträge der meinung des jeweiligen verfassers. und ich selbst sehe mich persönlich als teil der studierendenschaft und habe keine besonderen verbindungen zu den asten, ausser dass ich, im gegensatz zu vielen anderen studenten, mir die zeit nehme ihre websites zu lesen.

TAgeBUch aus der kapitalistischen Knochenmühle

05. November 2003 - 19:44 Uhr - Moe
Auch Genosse Tabu's TAgeBUch aus der kapitalistischen Knochenmühle berichtet über die Studierendenproteste in Hessen!

Polizeibesetzung in der Uni Frankfurt Main

05. November 2003 - 19:34 Uhr - Moe
Heute wurde im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften / Erziehungswissenschaften in der Uni-Frankfurt im Zuge des Uni-Streiks eine Blockade der Fachbereiche und damit des Gebäudes beschlossen. Bevor diese Blockade auch nur organisiert werden konnte beschloss das Präsidium und der Kanzler die Polizei das Gebäude abriegeln zu lassen. Seit 16 Uhr kommt kein Mensch mehr rein sondern nur noch leute raus. [Weiter bei IndyMedia]

Giessen: Bericht von der Vollversammlung & Fotos von der Demo

05. November 2003 - 19:26 Uhr - Moe
In Giessen fand heute die Vollversammlung der Studierendenschaft im Audimax statt! Im vollbesetzten Audimax entschloss sich die anwesende Studierendenschaft in einer zweistündigen Versammlung mit knapper Mehrheit dafür, nächste Woche in einen zunächst befristeten Warnstreik zu gehen. Hiermit soll der Studierendenschaft, der Öffentlichkeit sowie der Landesregierung Hessens noch einmal deutlich gemacht werden, dass es in Hessen entweder Hochschulen ohne Studiengebühren geben wird, oder eben gar keine.
Dann gab es eine spontane Demo zum Gebäude der CDU, welche allerdings von der Polizei gewarnt wurde und daher bereits fluchtartig das Haus verlassen hatte.
Anschliessend wurde von den Studierenden für eine jeweils cirka 5minütige Kundgebung die Kreuzung Grünberger/Licher Strasse sowie der Berliner Platz blockiert.
 
Fotos von der Demo:
 
Zunächst ging es los in Richtung Juridicum.

[Weiterlesen]

Schlepper, Nepper, Bauernfänger

05. November 2003 - 12:52 Uhr - Moe
Studiengebühren SPD

Noam Chomsky

05. November 2003 - 12:20 Uhr - Moe
iX ("die Pflichtlektüre für den DV-Profi") hat eine ausführliche und kommentierte Linksammlung über den politischen Theoretiker, Linguisten und MIT-Professor Noam Chomsky angelegt, die neben Biografischem auch Audio-Interviews und Videos zu einem breiten Themenspektrum zwischen Vietnamkrieg und Linguistik enthält. Chomsky erlangte sogar die höchsten Geek-Ehren in Form der Parodie einer Diskussion über »Der Herr der Ringe«. [via Industrial Technology & Witchcraft]

Spiegel Online-Umfrage: Sollen Langzeitstudenten zahlen?

05. November 2003 - 03:01 Uhr - Moe
(Diesen Beitrag gibt es auch im Weblog Gegen Studiengebühren in Hessen)
 
Eine interessante Umfrage gibt es gerade bei Spiegel Online:
Studiengebühren: Sollen Langzeitstudenten zahlen? (unten auf der Seite)
 
Das momentane Ergebis:
 
Spiegel Online vote
 
Überraschend fand ich, wie relativ ausgewogen die Ergebnisse sind: Gut die Hälfte der Spiegel Online-Leser sind gegen Studiengebühren, knapp ein Drittel dafür, und gut 14% haben Vorbehalte.

Giessen: Fotos von der Demo gegen Studiengebühren

04. November 2003 - 21:36 Uhr - Moe
Heute fand in Giessen und vielen anderen hessischen Städten auch eine Demo gegen die geplanten Studiengebühren der Roland-Koch-Regierung statt. Hier in Giessen waren ca. 1500-2000 Leute auf den Beinen und sind vom Berliner Platz über den Anlagenring durch die Innenstadt bis zur Abschluss-Kundgebung vorm Uni-Hauptgebäude marschiert. Anbei meine Fotos.
 

[Weiterlesen]

Weblog: Gegen Studiengebühren in Hessen

04. November 2003 - 00:13 Uhr - Moe
Gegen Studiengebühren in Hessen lautet der Titel meines neuen Gruppen-Weblogs (Open Posting) über den Protest gegen die Pläne Roland Kochs, mit seiner Operation Sichere Zukunft ab dem 13. Semester bis zu 900€ Studiengebühren pro Semester zu erheben. Die etwaigen Folgen dieses Kahlschlags sind beispielsweise beim Asta Giessen nachzulesen. Gute Argumente gegen Studiengebühren gibt es viele, aber sie sind alle bereits vorgebracht worden. Nun gilt es also zu handeln. Morgen wird es in Marburg, Giessen, Frankfurt und Darmstadt Protestveranstaltungen und Demonstrationen der Studierenden geben.
Das Weblog könnte gegebenenfalls eine tagesaktuelle Online-Publikation werden, um Informationen der Asten, der Presse, und jedes anderen der etwas beitragen möchte gegen die Einführung von Studiengebühren in Hessen zu koordinieren und/oder öffentlichkeitswirksam darüber zu berichten. Dazu könnte man die Berichterstattung der verschiedenen hessischen Asten sowie der Mainstream-Medien sammeln und als Übersicht aufbereiten. Auch persönliche Berichte von den Versammlungen, Aktionen oder ähnliches sind willkommen.
Also wenn Du, liebe(r) LeserIn StudentIn in Hessen bist oder Dich sonstwie dafür interessierst, würde ich mich übers Lesen bzw. Schreiben im Weblog freuen!
Alle anderen Blogger würden mir damit einen riesen Gefallen tun, das Weblog Gegen Studiengebühren mal kurz im eigenen Blog zu erwähnen. Diesmal ist es wichtig, finde ich.

Aktionen gegen Studiengebühren in Hessen

02. November 2003 - 20:16 Uhr - Moe
Ideen werden auf dieser Wiki-Seite gesammelt.