Am 4. November, 12.30 Uhr am Berliner Platz. Giessener StudentInnen, die ihr in Scharen mein Weblog lest, erscheint zahlreich. Ich will Euch dort sehen. Denn langsam wird's ernst.
(Diesen Beitrag gibt es auch im
BildungsBlog)
Vom 13. bis 15. November 2003 veranstaltet das
Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI) im Uni-Gästehaus eine internationale Konferenz in Gießen. Die Konferenz fragt nach den "Grenzen der Interaktivität" und begibt sich auf die Suche nach der Interaktivitäts-Schwelle, die Kernanforderungen für interaktive Kommunikationsvorgänge formuliert.
Die Veranstaltung adressiert zentrale Fragen rund um die Thematik "Interaktivität" vor dem Hintergrund der interdisziplinären Forschungstätigkeiten des ZMI und ist konzipiert als Präsenzveranstaltung mit einer zentralen Abendveranstaltung mit Vorträgen von Diedrich Diederichsen und Armin Medosch, kulturellem Rahmenprogramm sowie vier Schwerpunktforen mit Vorträgen, Diskussion und Projektvorstellungen. Die Themen: "Interaktive Bildungsräume", "Sicherheit oder Freiheit?", "Der Autor ist tot - es lebe der Autor!" und "Bürger oder Kundschaft? Nutzerrollen im Netz". Am 15.11. ergänzen zwei Panel-Diskussionen zum Themenbereich "E-Publishing" (mit Vertretern u.a. von perlentaucher.de, netzeitung.de, Telepolis Online, Campus-Verlag) die Konferenz. Zudem präsentieren ausgewählte NachwuchswissenschaftlerInnen aktuelle Forschungsprojekte. Nähere Informationen können Sie der Homepage entnehmen
www.interaktiva.info oder bei Christoph.bieber@zmi.uni-giessen.de und Sabine.heymann@zmi.uni-giessen.de erfragen.
Anmeldung:
eMail bis zum 10.11.2003 an konferenz@zmi.uni-giessen.de
(Diesen Beitrag gibt es auch im
BildungsBlog)
Hessen ist pleite, das weiß jeder. Doch was die hessische Regierung daraus alles folgern kann, dass hätte sich wohl niemand in seinen kühnsten Träumen vorstellen können. Roland Koch hielt eine Blut-Schweiß-und-Tränen-Rede und erklärte den hessischen Bürgern, dass sie jetzt alle zusammenhalten und “solidarisch” sein müssten. Was diese “Solidarität” dann allerdings bedeutete, dass war mindestens zynisch. In der “Operation Sichere Zukunft” wurde ein Sparpaket von 33% des Landeshaushalts gepackt. Und was man da einpackte, trieb einem schon die Tränen in die Augen. Auch wir Studierenden dürfen solidarisch sein. Neben “Verwaltungskosten” von 50 €, die in Zukunft jeder pro Semester zahlen muss, kommt jetzt auch das Medienphantom der letzten Jahre dran – der Langzeitstudent. Damit der nämlich mal zügig im Studium weiterkommt, wird er ab Regelstudienzeit plus 3 oder 4 Semester mit 500-900€ Zusatzkosten “motiviert”. Dabei verursacht er keinerlei zusätzliche Kosten und nimmt auch niemandem seinen Platz im Seminar weg, da er seine Seminare einfach über einen längeren Zeitpunkt belegt. Für ein Zweitstudium ist man je nach Studiengang mit bis zu 1500 € dabei. Wohin alle die Studierenden gehen sollen, die dann die Uni verlassen (in Baden-Württemberg haben 40% der Studierende ihr Studium nach Einführung von Studiengebühren abbrechen müssen), verspricht interessant zu werden. Wer ein Kind aufzieht, erhält immerhin vier Semester Aufschub. Wohin das Kind dann kommt, ist allerdings die Frage, denn für Kinder unter drei Jahren gibt es in Gießen kaum noch Betreuungsplätze und egal, wie man es rechnet: Vier Semester sind eben nur zwei Jahre. Wem der Druck, in limitierter Zeit zu studieren, allerdings psychische Probleme bereitet, der hat Pech gehabt, denn auch bei Psychotherapie und Psychiatrie hat der Rotstift zugeschlagen. Wer es in der Zeit nicht schafft und nicht das notwendige Kleingeld bereit hält, für den wird es auch ganz dunkel. Schuldnerberatungen erhalten in ganz Hessen keinerlei Zuschüsse mehr. Drogenberatung und Suchtprävention scheint der Meinung des hessischen Ministerpräsidenten nach auch nicht notwendig zu sein, dass dies wohl doch wichtig ist, erkennt man daran, dass die Universität kürzlich erst einen Maßnahmenkatalog für Suchtgefährdete und süchtige Mitarbeiter entwickelt hat. Die Opferhilfe wird gekürzt, Vereine, die sich um vergewaltigte Frauen oder den Schutz von Kindern kümmern, erhalten weniger Geld, das Frauenhaus in Gießen gar keins mehr. Das verbliebene Frauenhaus des Sozialdienstes katholischer Frauen hat gerade mal acht Plätze. Bei etwa 25.000 Studierenden (von 72.000 Einwohnern Gießens gesamt), davon etwa die Hälfte Frauen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch eine Studentin hier Zuflucht suchen muss, sehr groß. So gerne die CDU in mehr Polizei und sonstige repressive Sicherheitsmaßnahmen investiert, desto weniger kümmert sie sich jetzt um die Verbrechensopfer. Welche Schwerpunkte der Justizminister hier gesetzt haben will, wird wohl auf ewig ein Rätsel bleiben. Erziehungsbeihilfen und -beratung können wohl auch kaum noch gewährleistet werden. Hiervon betroffen sind auch die studentischen Eltern, bei denen das Geld meist ohnehin schon sehr knapp ist. Fazit: Nur wer jung, nicht behindert, deutsch, kinderlos und gut betucht ist, kann in diesem Land noch auf Unterstützung hoffen, alle anderen springen über die Klinge! Der Landeshaushalt wird auf Kosten der Schwachen saniert, denn die wehren sich nicht! [Eva Janzen, via
ASTA der JLU Gießen]
Jetzt studiere ich schon viel zu lange Pädagogik, und kann diese Frage immer noch nicht treffend beantworten. Und schon gar nicht mal in einem Satz. Daher hier der Versuch, einige mögliche Antworten zu sammlen:
Die modern-traditionelle Pädagogik würde vielleicht sagen, Erziehung ist das Werk einer dem Zögling ohnehin schon inhärenten Finalität. "Der Mensch solle sich zu dem ausformen, was ihm zugedacht ist" oder so ähnlich(Flitner?). Das funktioniert aber in postmodernen Gesellschaften bereits nicht mehr, da Menschen heterogene Wesen sind.
Kant würde vielleicht sagen, Erziehung ist die Heranführung eines Subjekts zur Mündigkeit. Oder zu dem, was die Gesellschaft jeweils dafür hält. Der Vorteil ist ein normgerechtes Verhalten wenn es denn klappt.
Vielleicht könnte man auch sagen, Erziehung geschieht um Menschen für ihr Handeln verantwortlich zu machen. Und die Folge ist, dass man nun jedem den man für mündig erklärt hat auch für seine Handlungen, inklusive seines eventuellen Scheiterns, verantwortlich machen kann. Die Liberalen bedienen sich noch heute solcher Vorstellungen.
Foucault wäre vielleicht der Ansicht, Erziehung sei dazu da, die Spielregeln der Herrschaft in die Subjekte einzuschreiben, und sie erst hierdurch zu unterwerfen und kontrollierbar zu machen. Erziehung als Exekutive eines Machtsystems.
Systemtheoretisch könnte man vielleicht nach Luhmann sagen, Erziehung diene lediglich dem Zwecke, die Bevölkerung für das ökonomische System zu differenzieren.
Konstruktivisten hingegen würden den Sinn und Zweck von Erziehung vielleicht viel mehr darin sehen, einem Menschen möglichst viele potentielle Anschlusshandlungen an eine gegebene Situation bereit zu stellen.
Zusammenfassend findet man dann in der pädagogischen Literatur meist solche sinnleeren Aussagen im Stile von: Erziehung ist die Summe der Reaktionen einer Gesellschaft auf die Erziehunstatsache. (Bernfeld)
Nur: Wer hat nun Recht? Welche Aussage hat den meisten Sinn? Und habe ich die möglichen Positionen überhaupt richtig wieder gegeben in dieser Kürze?
Diesen Beitrag habe ich auch im
BildungsBlog veröffentlicht:
Im Rahmen meines Pädagogikstudiums (Schwerpunkt Erwachsenenbildung im Hauptstudium) suche ich eine 12wöchiges Praktikum, möglichst ab sofort. Was läge also näher, als mein Praktikumsgesuch versuchsweise auch hier in meinem Weblog zu veröffentlichen?
Das Praktikum sollte in einer erwachsenenbildnerischen Einrichtung stattfinden; so wie sich das mir darstellt reicht das also von Altenbildung über Volkshochschule, Uni, Aus -und Weiterbildung bis hin zu ausserschulischer Jugendarbeit. Leider ist für mich nirgends auf den diversen Webseiten der Studienordnungen und pädagogischen Institute ersichtlich, was genau eine anerkannte Institution für ein Praktikum ist und was nicht, also nehme ich an, dass dies im Einzelfall zu entscheiden ist.
Mein Interessenschwerpunkt liegt auf netzbasiertem Lernen und der Erstellung und Implementation virtueller Lernumgebungen, welche selbstgesteuertes Lernen ermöglichen oder zumindest durch Vermittlung entsprechender Praktiken daran heranführen. In diesem Rahmen war ich auch 4 Jahre lang als Hilfskraft für das
Institut für Erwachsenenbildung in Giessen tätig und habe dort an dem Online-Seminar
ew.web (s. Bericht im BildungsBlog:
Online Lernen mit dem Wiki) mitgearbeitet. Insgesamt gab es drei Durchläufe, die ersten beiden habe ich technisch, den dritten technisch und inhaltlich unterstützt. (Erstellung der HTML-Seiten, Implementation von CMS wie Wikis und Foren, Moderation und Feedback)
Eine Tätigkeit die ich mir für ein Praktikum gut vorstellen könnte, wäre also die Mitarbeit an der Entwicklung virtueller Lernumgebungen, Implementation von Web-CMS in der Forschung und Lehre oder die Vorbereitung / Durchführung von Kursen zur Nutzung von Personal Publishing Systemen (Foren, Wikis, Weblogs, Website-Tools, ...).
Ein absoluter Traum wäre natürlich, an der Erstellung eines
Weblog-Campus an einer Uni oder einem grössen Bildungsinstitut mitzuwirken; ich bin jedoch für vieles offen. Gerne würde ich auch eines der Weblog-Seminare, von denen ich weiss dass sie
nächstes Semester an deutschen bzw schweizer Unis stattfinden begleiten, falls diese von ihrem Umfang und Rahmen her eine 12wöchige Vollzeitstelle als Praktikant rechtfertigen sollten, was leider wohl eher unwahrscheinlich ist.
Gerade im Bereich des Webloggens halte ich eine pädagogische Strukturierung für sinnvoll, da viele Begriffe und Techniken vielen Bloggern nicht klar sind. Und um Lernvorgänge durch Webloggen zu verstärken müsste man auch die hierbei ablaufenden Operationen untersuchen, und mit den Teilnehmern ein methodisches Vorgehen entwickeln. Formalisierungen halte ich in den Bereichen des Webloggens, welche in institutionalisierten Rahmen stattfinden für unerlässlich, so wie in jedem anderen Medium auch. Denn so bestimmt nicht das Medium die Methode, sondern die Methode das Medium. Hier würde ich beispielsweise auch die Diskussion für wissenschaftliches Zitieren von Weblogs ansiedeln; nur hier hat sie Relevanz. Aber ich schweife ab.
Weiterhin stelle ich mir die Erstellung eines Lern-Portals zur Vernetzung der Lerner in einer Region auch als eine recht interessante Tätigkeit vor. Ich meine, dass gerade hier auf mittelstädtischem Niveau noch vieles getan werden müsste. Unter einem Lernportal verstehe ich hier, grob umrissen, ein News-Angebot zu spezifischen Themen wie, je nach Instituion oder Anbieter zum Beispiel selbstgesteuertes/lebenslanges Lernen, eLearning usw, ausserdem natürlich Hinweise auf eigene Programme, Kurse oder Publikationen, ein Web-Verzeichnis welche relevante Ressourcen in Form von Weblinks kommentiert, ordnet und verwaltet, die Vermittlung von dem Netz adäquaten Lernpraktiken in Form netzbasierter Lerneinheiten (oder, bei mangelnden Ressourcen, Verweise auf solche andwerswo im Netz) sowie die Möglichkeit, als Besucher fragen oder Gesuche veröffentlichen zu können.
(Mit den Möglichkeiten welche sich durch netzbasierte Lernportale und gegebenenfals eine entsprechende Vernetzung der Lerner ergeben, was sie leisten sollten, und wo ihre Grenzen sind werde ich mich vorraussichtlich demnächst in einem etwas längeren Artikel beschäftigen, den ich im hier im BildungsBlog veröffentlichen werde.)
Was Örtlichkeiten angeht bin ich eigentlich recht flexibel, solange dort ein bezahlbares Wohnen für 3 Monate möglich ist. Also wenn Du oder Sie da eine Idee oder ein Angebot in Aussicht haben oder eine schriftliche Bewerbung wünschen würde ich mich über eine
Email oder einen Telefonanruf sehr freuen.